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Ein (halbes) Porträt mit Bleistift

Bild 01

Bild 1

Wenn Du noch nie oder nur selten ein Porträt gezeichnet hast, dann ist diese Übung gut für Dich.

Ein halbes Porträt oder ein Vollporträt mit geschlossenen Augen – Du musst langsam beginnen und Dich nicht überfordern.

Auf Bild 1 siehst Du meine Vorzeichnung. Falls Dir das nicht locker von der Hand geht, dann benutze die Drittelung des Gesichts, ich habe hier darüber geschrieben. Oder ziehe Dir ein Raster, auch das geht. Es gibt ja Künstler, die rümpfen die Nase über Raster und sonstige Hilfsmittel. Papperlapapp! Lass Dich nicht beirren! Von den Künstlern, die ich kenne (und das sind ‘ne ganze Menge) gibt es kaum jemanden, der nicht in die Trickkiste greift.

Wichtig muss am Ende für Dich das Resultat sein – egal, auf welchem Wege Du dahin gekommen bist.

Bild 2

Bild 2

Bei Porträts fange ich in den allermeisten Fällen mit dem schwierigsten Teil an. In 98% aller Fälle sind es die Augen. Wenn die nicht klappen, dann klappt das ganze Porträt nicht.

Und ich kann meine verpatzte Zeichnung mit leichterem Herzen in den Papierkorb werfen, als wenn ich schon ein paar Stunden daran gearbeitet habe. Alles ist schick, alles ist gut, nur die Augen, die ich mir bis zum Schluss aufgespart habe, sind nix geworden. Das wäre für mich Zum-in-die-Tischkante-beißen :-).

Bild 3

Bild 3 und 4

Zuallererst zeichne ich mit einem harten Bleistift (Rotring Tikky, 2H) alle wichtigen Schatten ein.

Ich verwende eine Kreuzschraffur. Und weil ich mit einem harten, superfeinen Bleistift zeichne, kann ich jede Menge Lagen übereinandersetzen, damit meine Schatten einen weichen, zarten Charakter bekommen.

Die Vorzeichnung des Mädchens ist fertig.

Bild 4

Bild 5

Für die Haare habe ich nun allerdings einen Bleistift 2 B genommen.

Versuche, die Haare in langen Strichen zu zeichnen. Oder wenigstens so, dass man keinen Stiftansatz sieht. Denke daran, auch schon ein paar Strähnen einzuzeichnen an den Stellen, auf die das Licht fällt.

Du siehst, daß die Zeichnung jetzt etwas krisselig wirkt- das liegt am Papier. Es ist einfach eine Seite aus meinem Skizzenbuch. Das war relativ teuer, gute Marke, aber na ja, das Papier läßt zu wünschen übrig.

Bild 5

Wenn Du öfters Porträts zeichnest, dann solltest Du Dir unbedingt Bristol-Papier oder Bristol-Karton kaufen. Das ist ein superglattes Papier und für realistische Porträtzeichnungen einfach perfekt.

Du ersparst Die damit jede Menge Arbeit, und Deine Zeichnungen werden viel zarter, schöner und gleichmäßiger sein.

Bild 6

Die krisselige Oberfäche stört mich schon, deshalb verwische ich jetzt meine Bleistiftlinien. Das Grafit wird dadurch auch in das Papier gerieben, und der Teint wird zart und weich wie er sein soll.

Bild 6

Zum Verwischen habe ich für die größeren Stellen ein um den Finger gewickeltes Papiertaschentuch verwendet, und für die restlichen Stellen einen Estompen.

Den Schatten unterm Auge habe ich ein wenig ausradiert, er war doch ein wenig groß geraten.

Außerdem habe ich die Haare nochmals überzeichnet, nun mit einem Bleistift 4 B.

Bild 7

Bild 7

Auch die Haare habe ich jetzt verwischt und mit einem Präzisionsradierer einige helle Stellen herausradiert.

Folge beim Radieren unbedingt der Kopfform oder der Form des Haarfalls – sonst kriegst Du ein lustiges Ergebnis.

Der Schatten unter der Augenbraue gefällt mir noch nicht, und auch die Stirn sieht noch ein bisschen fremd aus. Das korrigiere ich jetzt auf

Bild 8

Bild 8

Auch das Auge ist noch ein wenig dunkler gewordem.

Und last but not least: Ich habe noch ein paar einzelne kleine Haarsträhnen und Haare gezeichnet und radiert, die aus der Mähne herausfallen. So wirkt die Frisur natürlicher.

Damit ist unsere Porträtstudie fertig.

Viel Spaß beim Nachzeichnen!

 

 

 

 


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