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In der Kunst bezieht sich der Begriff "Verkürzung" auf ein Verfahren zum Darstellen eines Objekts in einem Bild in der Tiefe. 
Stelle Dir zum Beispiel vor, wie ein stehender Mann von vorne gesehen in Bezug auf die Abmessungen aussieht. Stelle Dir nun vor, dass diese Figur sanft nach hinten fällt, bis sie sich in Längsrichtung auf den Boden streckt und mit den Füßen auf Dich zeigt. Wenn Du diese Figur skizzieren möchtest, schreibt das Gesetz der linearen Perspektive vor, dass Du sie kleiner erscheinen lassen musst, da der Kopf des Mannes weiter entfernt ist als seine Füße, um die Illusion der 'Tiefe' in der Zeichnung zu vermitteln. Am wichtigsten ist, dass Rumpf und Gliedmaßen der Figur in der Skizze zusammengedrückt oder gekürzt werden, um die optische Täuschung zu verstärken, dass ein Objekt kürzer erscheint, als es tatsächlich ist, wenn es in Richtung des Betrachters geneigt ist. Die Verkürzung wurde zum ersten Mal während des Quattrocento (15. Jahrhundert) von Malern in Florenz und von Francesco Squarcione (1395-1468) in Padua studiert, der dann den berühmten mantuanischen Hofkünstler Andrea Mantegna (1431-1506) unterrichtete.

Andrea Mantegna

Perspektivische Verkürzung

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