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Grisaille

Das Wort Grisaille kommt aus dem Französischen und bedeutet soviel wie Graumalerei.
Entwickelt wurde diese Technik der Untermalung bereits im alten Rom. Wer nicht zahlungskräftig genug war, um sich Skulpturen für sein Haus zu kaufen oder prächtige Säulen für seinen Hauseingang, der ließ sich eben Säulen und Skulpturen auf die Wände malen. Als Trompe-l’oeil und in Grau. Das sah fast aus wie echt, auf einige Entfernung jedenfalls.

Im 15. Jahrhundert haben die Flämischen Meister (unter anderem Vermeer) diese Technik neu entdeckt und perfektioniert als Untermalung für ihre Ölbilder. Und bis zum heutigen Tag wird diese Methode der Untermalung an klassischen Akademien gelehrt.

Es muss auch nicht immer eine graue Untermalung sein: ich kenne Künstler, die verwenden eine Mischung aus Ultramarin und Umbra natur plus Weiß, oder andere, die ihre Bilder in Van Dijck Braun plus Weiß aufsetzen (das wäre dann ein Bruinaille).

Vorteile einer Grisaille-Untermalung:

  • Diese Art der Untermalung macht den Malprozess sehr bewusst, deshalb ist sie eine gute Wahl für Maler aller Könnensstufen.
  • Man lernt beinahe spielerisch den Umgang mit Licht, Schatten und Tonwerten.
  • Der Künstler schafft einen kompletten Bildaufbau in Grautönen. Bei dieser monochromen Untermalung werden bereits alle wichtigen Elemente des Bildes inclusive Licht- und Schattenpartien präzise ausgearbeitet, so dass es später nur noch weniger Ölfarben-Lasuren bedarf.
  • Sowohl die Untermalung als auch die spätere Übermalung mit Ölfarben besteht aus zarten Lasuren, unter denen die unterliegenden Schichten noch immer zu sehen sind. Diese Malweise verleiht später dem fertigen Bild eine so große Tiefe und Leuchtkraft, wie sie kaum mit einer anderen Technik zu erreichen ist.
  • Ein fertiges  Grisaille kann natürlich auch als fertiges Werk gesehen werden; vielleicht möchte man gar keine weiteren Farben mehr auf´s Bild haben. Das wäre dann ein Klassisches  Grisaille

Einkaufszettel:
Amsterdam Acrylfarbe Van Dijck Braun
Amsterdam Acrylfarbe Titanweiß
Amsterdam Acrylfarbe Warmgrau
Retarder
1 Katzenzungenpinsel für große Flächen und den Hintergrund
1 Rundpinsel 00 für die Details
1 Leinwand
Gesso zum Grundieren

Für meine Rosen habe ich eine Leinwand (70 x 90 cm) erst mal mit Gesso grundiert. Diese Grundierung habe ich trocknen lassen und dann mit feinem Schmirgelpapier abgeschliffen. Danach einen zweiten  Gesso-Auftrag, und auch dieser wurde wieder geschliffen.

Je öfter eine Leinwand grundiert und wieder abgeschliffen wird, desto feiner wird die Oberfläche. Die tieferen Poren setzen sich mit Farbe zu, und man erhält (wenn man oft genug grundiert und schleift) eine fast spiegelglatte Oberfläche. Gerade wenn man sehr realistisch und detailreich arbeitet, ist ein glatter Untergrund ohne grobe Tuchstrukturen empfehlenswert. 

Alternativ kann man auch Künstlerpaneele verwenden.

In meinem Fall reichen zwei Mal; ich benutze für dieses Bild belgisches Porträtlinnen, das ohnehin sehr fein gewebt ist und kaum eigene Struktur besitzt.

Für meine Untermalung benutze ich Amsterdam-Acrylfarben aus dem Hause Talens. Nebenstehende Farben kommen auf die Palette.

Bild 1:
Mit einem wasservermalbaren Bleistift habe ich das Bild skizziert. Die wasservermalbaren Bleistifte gibt es von Faber Castell, und sie haben den Vorteil, dass sich die Vorzeichnung beim Übermalen mit Acrylfarben auflöst. Ich habe auch schon ein wenig Farbe als Hintergrund aufgetragen, reines Warmgrau.

Bild 2:
In dünnen Farblagen wird nun die Rose plastisch entwickelt. Von Beginn an werden Licht- und Schattenpartien angelegt.

Bild 3:
Die erste Rose ist grob angelegt. Ich habe eine generelle Regel: Versuche, dass das Bild in jeder Phase seiner Entstehung gut aussieht. Dann bist Du auch immer motiviert, um an Deine Leinwand zurückzukehren.

Bild 4:
Die erste Rose hat nun ein paar Lasuren mehr bekommen, inzwischen sind auch ein paar Laubblätter gewachsen und die zweite und dritte Rose sind im Entstehen.

Bild 5:
2 weitere Lasuren auf den Laubblättern und der oberen Rose angebracht.

Bild 6:
Ich konzentriere mich vorwiegend auf die Rosen: male ein Blütenblatt hier und eine Lasur da.

Bild 7:
Mein Grisaille ist nun fertig angelegt, alle wichtigen Bildelemente sind enthalten.

Bild 8:
Noch ein letzter Feinschliff: Lichter und Schatten werden wiederholt durch feine Lasuren verstärkt. Damit ist meine Untermalung abgeschlossen. Für alles Weitere, was nun am Bild passieren wird, nehme ich Ölfarbe.

Das wird sicher noch einmal eine spannende Reise.

Alle benötigten Materialien gibt's bei Amazon:

Van Dijck Braun

Titanweiß

Warmgrau

Retarder

Katzenzungenpinsel

Rundpinsel Größe 0

Leinwand 60 x 90 cm

Gesso

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