Eine Holzstruktur malen

Manchmal braucht man auf einem Bild eine Holzstruktur, wie auf diesem kleinen Bild hier links. 

Man kann sie Holzfaser per Holzfaser mit einem kleinen Pinsel malen, aber das ist sehr zeitaufwändig. Und mühsam.

Manchmal kann man diesen langwierigen Prozess auch abkürzen, indem man Schablonen verwendet. 

Die Holzstruktur auf diesem Bild ist mit solch einer Schablone gemacht, und wie das geht, will ich Dir jetzt zeigen.

Du brauchst eine feine Leinwand oder ein Paneel, eine Tube Kasselerbraun, eine Tube Umbra natur und ein Titanweiß. Die Farben hängen natürlich davon ab, was Du am Ende malen willst - es gibt ja auch andere Holzfärbungen. 

Ich verwende hier Ölfarben, aber das Ganze funktioniert natürlich auch mit Acrylfarben.

Wichtig ist nur, dass Du eine dunkle Farbe hast, und eine helle Farbe der gleichen Farbgruppe. In unserem Fall wäre die Farbgruppe also Braun.  Außerdem diverse Pinsel und... selbstverständlich die Schablone. 

Aber lass uns jetzt mal anfangen. 

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Bild 5

Bild 1

Mit einem Katzenzungen- oder Grundierpinsel wird die Leinwand bzw. das Paneel grundiert. Und zwar mit dem dunklen Kasselerbraun. Der Farbauftrag sollte schön gleichmäßig sein, der Untergrund darf nicht mehr zu sehen sein. 

Falls Du beim ersten Mal keinen deckenden Farbauftrag hinbekommst, dann lass Deine Leinwand gut trocknen und grundiere sie ein zweites Mal. Wenn Deine Leinwand dann schön gleichmäßig dunkel ist, stelle sie ein paar Tage zum Trocknen weg. Erst wenn Deine Grundierung nicht mehr klebt, dann ist es Zeit für den zweiten Arbeisschritt.

Bild 2 und 3

Auf Bild 2 überstreiche ich die dunkle Grundierung mit Umbra. Ab und zu mische ich ein wenig Weiß unter die Farbe, damit der Farbauftrag nicht zu gleichmäßig wird. Du kannst auch sehen, dass ich jetzt bereits die Richtung der Holzmaserung angebe. Auf Bild 3 ist diese Farbschicht fertig. Jetzt ist es Zeit für den Griff in die Trickkiste.

Falls Du mit Acrylfarben arbeiten möchtest, dann musst Du an die zweite Farbschicht ausreichend Retarder geben, damit Dir die Farben nicht zu schnell wegtrocknen.

Maserboy

Bild 4

Mit einem Maserboy (nicht lachen, die heißen wirklich so) zaubere ich nun die Holzmaserung. Man setzt am oberen Bildrand an und zieht den Maserboy durch die frische, noch nasse Farbe nach unten. 

Mit den kleinen Maserboys für die Hand habe ich die besten Erfahrungen gemacht. Man kann sie beim Durch-die-Farbe-Ziehen auch ein wenig verkanten, dann erhält man ein schönes, realistisches Ergebnis. Die Maserboys auf der Rolle liefern zwar auch ein schönes Ergebnis, aber die Maserung ist zu gleichmäßig - eine Bahn sieht aus wie die andere.

Beim Maserieren entstehen in der frischen Farbe Grate. Die sind natürlich nicht schön. Mit einem weichen Lasurpinsel werden diese Grate sanft verstrichen.

Lasurpinsel

Wichtig dabei ist, dass man nicht zu sehr in der Farbe rumpinselt, sonst verwischt man die Holzmaserung wieder. Bewege den Pinsel mit sanftem Druck in Richtung der Holzmaserung, bis die Grate verschwunden sind.

Bild 5

Meine Holzmaserung soll mir eigentlich als Hintergrund für ein Stillleben dienen und darf deshalb nicht so dominant sein. Deshalb überstreiche ich mein Paneel nach dem Trocknen der Maserung nochmals mit einer dünnen Schicht Umbra natur. Die Maserung tritt dadurch etwas mehr zurück.

Probiere diese Technik am besten erst mal irgendwo auf einer alten Leinwand, bevor Du sie auf einem Deiner Bilder einsetzt.

Gutes Gelingen!

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Maserboys

Lasurpinsel

Kasselerbraun

Umbra Natur

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