Kleiner Sperling in Lasurtechnik

Einkaufszettel: 
Paneel (ca. 18 x 24 cm) oder eine Leinwand
Liquin Fine Detail
feine Pinsel für Details
Katzenzungenpinsel für den Hintergrund
Ölfarbe:
Paynesgrau, Titanweiß, Umbra gebrannt, Umbra natur, Lichter Ocker, Sepia, Elfenbeinschwarz

Wenn man kleinformatige, detailreiche Bilder malt, dann sollte man seinen Malgrund sehr klug auswählen. Der richtige Bildträger ist schon die halbe Miete.

Nicht nur, dass das Bild auf Paneel viel, viel feiner wirkt als das rechte – auch die Farben haben mehr Leuchtkraft.

Paneele gibt's im Baumarkt. Wenn Du lieber auf Leinwand malst, dann grundiere Deine Leinwand sehr sorgfältig.

Der kleine Kerl links (den ich gleich mit Dir malen möchte) ist auf Paneel gemalt, sein Kollege rechts auf Leinwand. Beide Bilder sind in etwa gleich groß, bei beiden Bildern habe ich die gleiche Technik verwendet und auch die gleiche Farbpalette.

Siehst Du den Unterschied?

Ich habe für mein Bild ein Mus Paneel verwendet. Wenn Du nicht weißt, was das ist: ich habe  hier darüber geschrieben.

Diese Panele sind schon fertig grundiert, wenn sie geliefert werden. Falls Du ein Paneel aus dem Baumarkt verwendest, dann musst Du Deinen Malgrund gut anlegen. Mit Gesso. Einmal reicht nicht, Du musst wahrscheinlich mehrere Male grundieren. Zwischendurch das Schleifen nicht vergessen.

So, und wenn nun Dein Paneel gut grundiert ist, dann können wir anfangen.

Mit Bild 1.
In einem Arbeitsgang habe ich mit einer Mischung aus Titanweiß, Umbra natur und Paynesgrau den Hintergrund angelegt. Meist muss man den Vorgang wiederholen, weil die Farbe nicht so gut deckt. In diesem Fall aber hatte ich Glück und kann mir das zweite Mal sparen.
Es ist auch völlig schnurz, ob Dein Hintergrund so aussieht wie bei mir – das Wichtigste an dem Bild ist der Sperling. Folge einfach Deinem Gefühl und Deiner Intuition und male Dir einen schönen Hintergrund von dem Du glaubst, dass er gut zum Bild passt.

Ich habe bei meinem Hintergrund Wolken nur angedeutet – das schafft eine Balance auf dem Bild. Der Vogel und auch der kleine Ast sind detailreich genug. Da muss man mit dem Hintergrund ein wenig aufpassen, denn sonst wirkt das kleine Bild schnell überladen.

Bild 2
Das Bild erklärt sich beinahe von selbst: die Vorzeichnung.

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Bild 5

Bild 3 und 4
Schritt für Schritt wird nun die Untermalung gemacht – na ja, Du siehst selbst, die Farben decken noch nicht so gut. Das ist normal, beinahe jede Untermalung sieht so aus.

Ich habe oben erwähnt, welche Farben ich verwendet habe. Gelingt es Dir, damit die Farben für den Vogel und auch für den kleinen Ast selbst zu mischen? Versuche es.

Bild 5 und 6
Es ist nicht ganz einfach, Holz zu malen. Und vor allem: Jedes Stück Holz ist anders und erfordert eine andere Vorgehensweise.

Bild 6
Für dieses Stück Holz hier mache ich einfach eine ganz willkürliche Untermalung – ich setze Pinselstriche beinahe ohne hinzuschauen. Du kannst es auch mal mit der linken Hand probieren.

Wichtig ist nur, dass die Pinselstriche nicht zu gleichmäßig aussehen.Durch das leichte Chaos, das Unkontrollierte ergibt sich eine natürliche Struktur, die man dann im nächsten Arbeitsgang detaillierter ausarbeiten kann.

Damit ist jetzt unsere Untermalung abgeschlossen.

Bild 6

Bild 7

Bild 8

Bild 9

Bild 10

Bild 7
Nun geht es an die Details. Ab jetzt kommen nur noch Lasuren zum Einsatz. Also sehr dünne Farbschichten, durch welche die unteren Lagen noch durchscheinen. Das ergibt am Ende viel mehr Tiefe und Leuchtkraft in einem Bild. Mit einer einzigen deckenden Farbschicht erreicht man das nicht.

Man kann transparente Farben dafür verwenden, muss man aber nicht. Ich verdünne meine Farben mit Liquin, bis sie wässrig sind. Prima Lasurfarbe!

Unser Vögelchen erhält nun auf diese Weise ein Federkleid, Licht und Schatten werden angelegt und an dem kleinen Ast kann ich nun die Strukturen, die im letzten Arbeitsgang entstanden sind, etwas weiter ausarbeiten.

Bild 11

Bild 12

Bild 13

Fertig!

Bild 8 – 13
Diese Fotos werde ich nun nicht mehr einzeln kommentieren – wenn man nicht genau hinschaut, dann kriegt man fast den Eindruck, auf dem Bild passiert überhaupt nichts mehr. Nein, das stimmt natürlich nicht.

Das ist der Nachteil von Lasurmalerei: Es dauert lange. Zwischen jedem Foto liegt ein ein Tag Trockenzeit. Und man kann eine Stunde malen und es ist kaum ein Fortschritt zu sehen. Aber wenn Du nun Bild 8 mit dem fertigen Bild vergleichst, dann siehst Du wohl den Unterschied.

Was habe ich mit den Lasuren erreicht? Der Sperling hat ein rundes Köpfchen bekommen, einen kugelrunden Bauch, Füße und Beine. Licht und Schatten auf dem Piepmatz, aber auch auf dem Holz.

Das muss Dein Ziel sein: Dimension! Egal, ob Du dafür 4 Lasuren brauchst oder 20.

Viel Spaß beim Nachmalen!

Die benötigten Materialien gibt es bei Amazon:

Ölfarbe Elfenbeinschwarz

Ölfarbe Sepia

Ölfarbe Lichter Ocker

Ölfarbe Umbra natur

Ölfarbe Umbra gebrannt

Ölfarbe Titanweiß

Ölfarbe Paynesgrau

Katzenzungenpinsel

Feiner Pinsel Da Vinci Nova 10/0

Liquin Fine Detail

Leinwand

Gesso

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