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Stiefmütterchen

Einkaufszettel:

Ölfarbe von Rembrandt:

Titanweiß, Paynesgrau, Umbra natur, Kadmiumgelb mittel, Ultramarinblau, Kadmiumrot hell, Permanentkrapplack dunkel, Saftgrün

kleine feinmaschige Leinwand oder Paneel (ca, 20 x 30 cm)

Liquin Fine Detail

Stiefmütterchen malen

Bild 1

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Extra für Dich habe ich vor ein paar Tagen dieses Stiefmütterchen in meinem Garten gepflückt und nun will ich es mit Dir malen. Ich male hier auf Marouflé, also diese mit Leinwand beschichteten MDF-Paneele, die man bei Gerstäcker bekommt. Malpappe würde ich Dir nicht empfehlen, da ist die Struktur der Baumwollbeschichtung viel zu stark. Du brauchst einen schönen glatten Malgrund, sonst wird das schwierig mit den Details. Alternativ kannst Du auch mal in Deinem Baumarkt schauen – hier bei uns steht in der Holzabteilung immer ein Korb mit Paneelresten, die kosten nur einen Appel und ein Ei.

Du siehst, ich habe mein Paneel grundiert – erst mit Gesso (anschließend geschliffen), dann eine zweite Schicht mit  Ölfarbe. Damit habe ich einen schönen Malgrund erhalten, der die Farbe gut aufnimmt und beinahe jede Leinwandstruktur verloren hat.

Für die zweite Grundierung habe ich mir ein warmes Grau gemischt aus Titanweiß, Paynesgrau und einem kleinen bisschen Kadmiumrot hell. Gut anmischen muss man die Farben, sonst erhält man Streifen und Schlieren. Wenn Dir das zu heikel ist, kannst Du auch ein helles Warmgrau aus der Tube verwenden. Das Ganze musst Du natürlich jetzt gut trocknen lassen.

Bild 2

Kleiner Tipp am Rande: ich mische stets ein paar Tropfen Liquin unter meine Farbe – damit trocknet sie wesentlich schneller.

Ich bin jetzt einen Tag weiter, die Leinwand ist trocken. Zeit für die Vorzeichnung. Es lohnt sich, die Vorzeichnung so präzise wie möglich zu machen – damit erspart man sich viel Arbeit. Und Korrekturen.

Bild 2

Die Blüte ist im Werden. Noch ein kleine Anmerkung dazu: Ich habe mir das Violett selbst gemischt aus Ultramarin, Krapplack und einem kleinen Tupfen Titanweiß. Das ist meine Basisfarbe. Warum? Das Stiefmütterchen ist nicht eintönig lila, sondern hat Schattierungen, die an manchen Stellen mehr ins Blaue, an anderen mehr ins Rötliche gehen.

Brauche ich nun ein etwas rötlicheres Violett, dann nehme ich meine Basisfarbe und mische noch ein bißchen mehr Krapplack darunter, und bei den bläulichen Stelllen Basisfarbe plus Ultramarin.

Nimmst Du ein Violett aus der Tube, dann musst Du ein wenig experimentieren, welches Rot und welches Blau Du beimischen kannst. Das ist gar nicht so einfach – eine Blume sieht sehr schnell unnatürlich aus, wenn man nicht die richtige Farbe erwischt.

Bild 3

Bild 3

Auch das Grün der Blätter mische ich mir selbst – aus Kadmiumgelb, Ultramarin und einem Schuss Umbra natur. Sieht noch ziemlich rummelig aus, mein  Grün, aber das wird schon noch.

Für die Vase verwende ich das gleiche Grau, mit dem der Hintergrund angelegt ist, sowie Titanweiß für die Lichter und eine Mischung aus dem Hintergrundgrau plus Paynesgrau und Umbra natur für die Schatten.

Bild 4

Bild 4

Apropos Schatten: Manchmal stelle ich mir selbst ein Bein. Natürlich wäre es klüger gewesen, zuerst den Schatten der Vase und die Andeutung einer Tischplatte zu malen, und danach die Vase. Habe ich aber nicht. War wahrscheinlich mit meinen Gedanken sonstwo, aber nicht auf meinem Bild.

Na ja, auf diese Weise kannst Du gut sehen, was passiert, wenn man die Arbeitsgänge bunt durcheinander würfelt: Meine Vase ist jetzt weg. Jedenfalls zum Teil.

Also, Du bist natürlich viel aufmerksamer als ich und malst zuerst den Schatten, danach die Vase. Ja?

Bild 5

Bild 5

Während der untere Teil des Bildes nun erst mal trocknen muss, arbeite ich an meiner Blüte weiter. Du siehst hier ein Vorher-Nachher-Bild. Ich habe die gesamte Blüte nochmals mit den gleichen Farben übermalt – dadurch werden die Farben weicher und samtiger.

Wie nennt man eigentlich den gelben Fleck in der Mitte? Ein Stempel ist es ja wohl nicht.  Hier in Holland sagt man “hartje”(Herzchen) dazu, aber im Deutschen? Egal, ich nenne es jetzt mal Herzchen, und dann weißt Du auch, wovon ich rede.

Für das Herzchen habe ich Kadmiumgelb verwendet und an den Übergängen ins Violette kommt noch ein wenig helles Kadmiumrot zum Einsatz. Ich selbst male grundsätzlich nur mit Rembrandt-Farben, die decken supergut und deshalb reicht in diesem Fall ein einziger Farbauftrag.

Wenn Du billige Farben verwendest, dann wirst Du diesen Vorgang unter Umständen mehrfach wiederholen müssen.

Bild 7

Bild 6

Bild 6 und 7

Ich habe die Vase wieder einigermaßen hergestellt.

Kommen wir nun zu den Blättern. Es ist immer gut, wenn man ausreichendes Referenzmaterial von seinen Objekten/Modellen besitzt. Die Blätter von Stiefmütterchen sind bei jungen Pflanzen schmal (wie auf meinem Bild), erst bei älteren Pflanzen (auf dem Foto) werden sie breiter. Aber deshalb habe ich das Blatt hier nicht gepostet. Schau Dir mal die Blattnerven an. Die kommen bei jungen Blättern alle aus dem Stielansatz. Erst, wenn das Blatt ausgewachsen ist, verteilen sich die Nerven auch über das Blatt. Darauf musst Du beim Malen achten, denn das ist charakteristisch für ein Stiefmütterchen. Es geht am Ende darum, authentisch zu bleiben und nicht irgendein Blatt zu malen, das zwar auch grün ist, aber sonst vielleicht besser zu einer Rose passt.

Mein Stiefmütterchen hier ist noch eine junge Pflanze – die Blätter sind noch nicht sehr entwickelt, haben kaum Nerven und wenn, dann entspringen sie alle dem Stiel.

Bild 8

Bild 8

Hier sind sie nun, die Blattnerven. Aber das Grün ist noch nicht so, wie ich es haben möchte. Zu blass, zu gelblich.

Bild 9

Bild 9

Jetzt kommt das Saftgrün zum Einsatz. Das Saftgrün von Rembrandt ist eine transparente Farbe. Achtung! Wenn Du eine andere Marke verwendest, dann mußt Du erst nachschauen, ob es ein deckendes oder lasierendes Grün ist.

Ich habe mit dem Saftgrün alle grünen Pflanzenteile nochmals komplett übermalt. Da es eine transparente Farbe ist, bleiben alle vorher angelegten Strukturen erhalten.

Bild 10

Bild 10

Beim Wiederherstellen der Vase habe ich den Schatten der Vase verprützt. Na ja, das habe ich jetzt behoben.

Bild 11

Bild 11

Meine Vase hat eine zweite Farbschicht bekommen, und ich habe auch die Form noch ein wenig korrigiert. Die Farben bleiben die gleichen wie oben bereits erwähnt.

Achte darauf, dass Deine Vase jetzt eine schöne, glatte Oberfläche bekommt. Möglichst ohne Farbansätze und grobe Pinselspuren. Ein trockener Lasurpinsel hilft Dir, schöne weiche Farbübergänge zu zaubern.

Bild 12

Bild 12

Meine kleine Vase ist aus weißem Porzellan. Das müssen wir jetzt natürlich auch noch hinkriegen.

Porzellan hat – ähnlich wie Glas – starke Reflektionen.

Jetzt wird wieder mit Lasuren gearbeitet. Als erstes werden die Lichtpartien stärker ausgearbeitet. Nimm dafür ein wenig Titanweiß mit Liquin.

Lass das Bild dann erst mal wieder trocknen.

Bild 13

Bild 13

Wieder eine Lasur mit Titanweiß. Jetzt kommen die Highlights.

Und erneut trocknen lassen.

Bild 14

Bild 14

Und wiederum eine Lasur mit Titanweiß. Du siehst, die Reflektion ist nun ziemlich stark, und so soll sie auch sein.

Falls Du andere Farben verwendest, dann musst Du die letzten 3 Schritte vielleicht noch ein paar Mal wiederholen, das hängt von der Qualität Deiner Farbe ab.

Bild 15

Bild 15

Finetuning.

Es geht in die finale Runde.

Hier noch ein paar Lichter verstärkt, dort noch ein wenig am Schatten gearbeitet und fertig ist das Bild!

Viel Spaß beim Nachmalen!

 

 


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