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Wir malen ein Buddha-Triptychon

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Einkaufszettel:
Acrlfarbe: Warmgrau und Titanweiß
Krepp-Klebeband
Strukturpaste
Ölfarbe: Umbra natur, Elfenbeinschwarz, Titanweiß
Crackle-Paste
Eisengrundierung & Eisenpatina
Aquarellschwamm

Für dieses Triptychon habe ich 3 quadratische Leinwände mit Acrylfarbe (Warmgrau) grundiert.

Grundierte Leinwand

Ich möchte die Leinwände gern noch mit einer Struktur versehen, deshalb habe ich mittels Folientechnik eine weiße Farbschicht aufgetragen. Wie die Folientechnik funktioniert, findet Ihr >> hier.

Das Resultat sieht schon mal ganz nett aus.

Bearbeitete Leinwände

Nun beginnt die eigentliche Arbeit: der Buddha muss auf die Leinwand. Erst mal als Vorzeichnung. Und alle anderen Details unseres Bildes müssen nun auch festgelegt werden. Den Buddha setze ich zentral in die Mitte, die linke und rechte Seite meines Triptychons möchte ich gern mit dekorativen Elementen versehen.

Buddha-Vorzeichnung

Widmen wir uns zuerst der linken Leinwand. Hier soll ein Streifen mit Strukturpaste aufgebracht werden. Damit ich saubere Kanten erhalte, habe ich die Leinwand mit Krepp-Klebeband abgedeckt.

Linke Leinwand

Nun wird die Strukturpaste mit einem Spachtel aufgetragen. Das Resultat sieht so aus:

Leinwand mit Strukturpaste

Ich habe meine Leinwand zusätzlich mit einer alten Gabel “verziert”. Man kann auch Steinchen in die noch frische Paste drücken, kleine Muscheln, Pflanzenteile etc. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Strukturpaste

Nun muss das Klebeband vorsichtig abgezogen werden. Auf jeden Fall bevor die Strukturpaste mit dem Aushärten beginnt. Das Resultat sieht so aus:

Strukturpaste

Man kann deutlich sehen, dass der Rand auf der linken Seite ein wenig “angefressen” aussieht. Sowas kann man noch ein wenig korrigieren, indem man ein Blatt Papier an diese Seite legt und die Kante noch ausbessert. Ich lasse es aber so; für mich muss es nicht perfekt sein.

Für den Moment können wir an dieser Leinwand nun nichts mehr tun. Die Strukturpaste muss jetzt – am besten über Nacht – vollständig austrocknen und durchhärten.

Widmen wir uns in der Zwischenzeit der mittleren Leinwand, also unserem Buddha.

Ich beginne mit einer Grisaille. Eine Grisaille ist eine dünne, monochrome Untermalung, meist in Schwarz-Weiß oder Grau-Weiß, ich habe aber auch schon Künstler gesehen, die mit einer Mischung von Van Dijk Braun und Ultramarin plus Weiß arbeiten. Ich verwende für mein Bild ein gebrochenes, bräunliches Grau, das ich mir aus Schwarz, Umbra natur und Weiß gemischt habe. Man kann gut Acrylfarbe als Untermalung verwenden.

Ich aber verwende Ölfarbe für diese Grisaille. Wir Ihr sehen könnt, ist der Farbauftrag tatsächlich sehr, sehr dünn , die Leinwand scheint noch durch.

Buddha

Auf dem nächsten Foto ist die Untermalung nun fertig. Sieht natürlich alles noch ziemlich unfertig aus, aber einen ersten Eindruck erhält man schon.

Triptychon

Auch die mittlere Leinwand muss nun ca. 24 Stunden trocknen, wenden wir uns also in der Zwischenzeit dem rechten Bildteil zu. Hier möchte ich einen Streifen mit Crackle-Paste anlegen. Das Prinzip ist einfach: die Leinwand muss – ähnlich wie bei der Strukturpaste – abgeklebt werden. Danach wird mit einem Spachtel die Crackle-Paste aufgetragen.

Cracklepaste

Nach dem Auftragen wird auch dieser Streifen Klebeband abgezogen, und wir lassen die Crackle-Paste nun 24 Stunden gut durchtrocknen.

Wir werden jetzt zwischen den einzelnen Leinwänden ein wenig hin und her springen, und damit keine Unklarheiten entstehen, nennen wir die linke Leinwand “Nummer 1”, die mittlere “Nummer 2”, und die rechte “Nummer 3”.

Wenden wir uns nun wieder der Leinwand Nummer 1 zu. Die Spachtelmasse sollte nun getrocknet und gut ausgehärtet sein. Diesen Streifen kleben wir nun erneut mit Kreppband ab.

Eisengrundierung

Wie Ihr sehen könnt, habe ich inzwischen die Eisengrundierung aufgetragen. Hat nicht gut gedeckt, deshalb warte ich jetzt, bis die Grundierung getrocknet ist (dauert nicht lange), und trage eine zweite Schicht von der Grundierung auf. Am Ende sollte das Ganze irgendwie metallisch aussehen.

So, das ist nun schon besser. Ich verzichte auf eine dritte Grundierung. Bitte lasst die Klebestreifen auf der Leinwand, wir brauchen sie noch, wenn wir die Patina auftragen.

Eisengrundierung2

Leinwand Nummer 1 muss nun wieder trocknen, wenden wir uns inzwischen ein wenig unserem Buddha zu.

Der ist bis jetzt nur vorgemalt und könnte noch sehr viel mehr Tiefe gebrauchen. Wir reiben die Leinwand dünn mit Malmittel ein und arbeiten nun die Räumlichkeit aus. Ich arbeite meistens von dunkel nach hell, so auch hier. Als erstes verstärke und modelliere ich die dunklen Bereiche des Bildes. Ich tupfe die Farbe mit der Spitze eines feinen Pinsels auf die Leinwand, schließlich wollen wir dem Buddha eine Steinstruktur verpassen und keine Oberfläche, die wie Plastik wirkt.

Auf den untenstehenden Abbildungen kann man sehr gut sehen, wie der Buddha “wächst”.

Buddha step by step

Der Buddha-Kopf ist aus Stein, das heißt, wir werden deshalb auch versuchen, diese steinerne Struktur darzustellen. Es gibt verschiedene Arten, Stein darzustellen. Ich werde sicher irgendwann mal ein Tutorial zu diesem Thema schreiben und auf diverse Möglichkeiten näher eingehen. Für den Moment aber versuchen wir es mit dieser Methode: mit feinen Pinseltupfen und einem Aquarellschwamm.

Buddha

Ich habe auf meiner Palette diverse bräunliche Grau-Töne gemischt und habe sie vorsichtig mit dem Schwamm auf den Buddha getupft. Vielleicht probiert Ihr das Ganze erst mal auf einem separaten Stück Papier aus; schließlich wollen wir eine Struktur haben und keine dicken Klodder auf der Leinwand.

Achtet darauf, dass Ihr keinen dicken Farbauftrag auf den Buddha tupft, denn sonst ist er verschwunden und alle bisherige Arbeit war umsonst.

Diese Leinwand lassen wir jetzt wieder trocknen.

Gehen wir wieder zu Leinwand 1 zurück. Die Eisen-Grundierung ist inzwischen trocken, und nun streichen wir etwas von der Patina darüber. Nicht regelmäßig, sonst geht der Effekt verloren. So sollte es ungefähr aussehen:

Eisenpatina

Und werdet nicht ungeduldig, wenn Ihr nach dem Aufstreichen der Patina erst mal gar nichts seht: der Rost-Effekt erscheint erst nach ein paar Stunden.

Auch den Crackle-Streifen auf Leinwand 3 können wir nun fertigstellen. Inzwischen sind die Risse in der Paste gut zu sehen, aber sie müssen noch ein wenig definiert werden.

Mit einem weichen Pinsel trage ich Retarder auf die getrocknete Cracklepaste auf. Jetzt muss man ziemlich schnell arbeiten, denn weder Retarder noch Farbe dürfen nun trocknen.

Auf den flüssigen Retarder streiche ich nun eine Farbmischung von verschiedenen Grau- und Rosttönen (mit Acrylfarbe) auf. Noch bevor die Farbe mit dem Trocknen beginnt, wird sie mit einem weichen Tuch wieder abgewischt. Das Resultat sieht so aus:

Crackle finish

Man kann deutlich sehen, dass Farbe in die Risse gelaufen ist. Dadurch werden diese Risse nun verstärkt, und die weiße Crackle-Paste hat eine Patina erhalten, die zum Gesamtbild passt.

Als Letztes können wir nun unseren Buddha fertigstellen. Die Leinwand wird wieder mit Malmittel eingerieben, und dann mischen wir uns aus Ocker, Van Dijk Braun und Venezianischrot eine Lasur, die etwas rostig aussieht.

Der Buddha hat während unserer Tupftechnik mit dem Schwamm ein wenig an Tiefe verloren, die müssen wir nun noch einmal etwas verstärken. Außerdem kann man mit dieser dünnen Lasur auch die Steinstruktur an manchen Stellen noch etwas mehr akzentuieren und an anderen wiederum etwas abmildern.

Budda finish

Budda finish2

Und so sieht´s nun fertig aus. Wie Ihr sehen könnt, habe ich rechts noch einen Streifen mit Treasure Gold angelegt und außerdem das chinesische Schriftzeichen für “Harmonie” auf die Leinwand gepinselt.

Buddha-Triptychon

 

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Acrylfarbe Titanweiß Acrylfarbe Warmgrau Leinwand 30 x 30 cm Strukturpaste
Ölfarbe Umbra natur Ölfarbe Elfenbeinschwarz Ölfarbe Titanweiss Krepp-Klebeband
Cracklepaste Rostpatina Aquarellschwamm

 

2 Antworten auf Wir malen ein Buddha-Triptychon

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