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Eine Kuh malen mit Ölfarbe

Einkaufszettel:
Ölfarbe:
Paynesgrau
Krapplack dunkel
Ultramarin
Elfenbeinschwarz
Titanweiß
Umbra natur
Englischrot

Leinwand 60 x 80 cm

Feiner Pinsel

Liquin Fine Detail

Kuh malen

Bild 1

Nicht, dass Kühe meine favorisierten Modelle sind… Aber dieses Bild musste ich kürzlich für eine Ausstellung malen, und die Arbeitsschritte habe ich für Dich festgehalten – vielleicht willst Du Dich ja auch mal an einer Kuh versuchen. Du wirst dabei einiges über die Verwendung von Schwarz lernen, das kann ich Dir versprechen.

Fangen wir an bei Bild 1.

Denk Dir mal die Vorzeichnung weg. Dann siehst Du schon den fertigen Hintergrund für meine Kuh. Das Dunkel auf der rechten Seite ist eine Mischung aus Paynesgrau und Umbra natur, und links die helle Fläche ist eine Mischung von Titanweiß mit einem Hauch Ultramarin und Umbra natur. Am besten ist es, wenn Du diese zwei Farbflächen nebeneinandersetzt und sie dann mit einem breiten Lasurpinsel ineinander vermalst.

Solltest Du mit kostengünstigen Studienfarben arbeiten, dann musst Du diesen Vorgang vielleicht 2 oder 3 mal wiederholen, damit Du eine schöne geschlossene Farbfläche kriegt.

Wenn Dein Hintergrund fertig ist, dann lasse die Leinwand gut trocknen.

Bild 2

Auf dem trocknen Hintergrund wird nun die Kuh gezeichnet. Mit weißem Aquarellstift. Falls Deine Vorzeichnung irgendwo misslingt, dann kannst Du die falschen Linien einfach mit ein bisschen Terpentin wegwischen.

Bild 2

Als erstes beginne ich mit dem schwarzen Teil des Gesichts. Aber Achtung! Hier wird nicht einfach eine schwarze Fläche gemalt. Versuche bitte, Deiner Kuh schon jetzt Dimension zu geben. Also Licht und Schatten festzulegen. Studiere Dein Modell gut: wo kommt das Licht her? Welche Teile des Gesichts liegen im Schatten? Wie zeichnen sich die unter dem Fell liegenden Muskeln und Knochen ab?

Für die dunklen Bereiche nimmst Du ganz ordinäres Elfenbeischwarz aus der Tube, für die helleren Partien mischst Du Dir aus Schwarz und Weiß ein nicht zu helles Grau. Ich habe hier auf meinem Bild auch noch ein wenig Umbra dazugemischt, aber das muss nicht sein.

Bild 3

Bild 3

Nun kommen wir zu den weißen Flecken. Auch wenn Dein Auge Dir suggeriert, dass sie weiß sind: sie sind es nicht. Das vermeintliche Weiß ist eine Mischung aus Titanweiß, Umbra natur und ein wenig Paynesgrau. Je dunkler das Weiß wird (z.B. an der Unterseite des Kopfes), desto mehr Umbra und Paynesgrau musst Du an Dein Weiß mischen.

Bild 4

Bild 4

Auf diesem Bild ist die Kuh nun fertig untermalt. Ich habe die Farb-Basis angelegt und man ahnt, wo Licht und Schatten sind. Mehr ist im Augenblick nicht wichtig. Noch eine letzte Kontrolle, ob Licht und Schatten gut getroffen sind und vor allem das Gesicht wie eine Kuh aussieht. Falls Du noch Korrekturen vornehmen musst, dann tue das jetzt. Danach lässt Du Dein Bild erst mal trocknen.

Bild 5

Bild 5

Jetzt wird es spannend. Sogar in mehrfacher Hinsicht.

Eine Kuh besteht natürlich nicht aus schwarzen, weißen und grauen Farbflächen, sondern sie hat ein Fell. Das wollen wir malen.

Zuerst mal zu den Farben… Das Schwarz, das ich für alle weiteren Arbeitsschritte benötige, ist ab sofort ein chromatisches Schwarz. Wenn Du nicht weißt, was das ist: >> hier kannst Du alles darüber lesen.

Das Schwarz mische ich aus Krapplack dunkel, Paynesgrau und etwas Umbra natur. Warum? Schwarzes Tierfell (oder auch schwarze Haare) haben meist (abhängig vom umgebenden Licht) einen bläulichen Schimmer. Wenn Du Schwarz und Blau mischst, dann wirst Du diesen Effekt nicht erreichen, weil reines Schwarz alle Farben ausgraut und stumpf macht. Deshalb also eine eigene Mischung, und wenn Du dieser Mischung noch ein kleines bisschen Titanweiß zufügst, dann hast Du die Farbe für die Highlights im schwarzen Fell.

Schau Dir das Bild nochmals gut an – Du siehst, dass ich bereits über dem Auge begonnen habe, die Haare zu malen.

Die Farbe für das Fell  muss jetzt in den dunklen Flecken der Kuh einen Tick heller sein als Deine Untermalung.

In den hellen Flecken der Kuh verwendest Du reines Titanweiß mit einer Ausnahme: an der Unterseite des Kopfes. Da, wo die Schatten sind. Dafür musst Du Dir wiederum Titanweiß mit Paynesgrau und Umbra mischen, aber ebenfalls etwas heller als Deine Untermalung.

Wie aber malt man nun die Haare?

Mische ein wenig Liquin unter Deine Farbe, damit sie schön flüssig wird. Und der richtige Pinsel ist natürlich auch wichtig – am besten einen Da Vinci Nova, 10/0). Der ist superfein und man kann damit wunderbare dünne Linien ziehen. Damit sollte es Dir gelingen.

Bild 6

Vielleicht übst Du erst mal ein wenig auf einer alten Leinwand, man muss dafür auch seine Hand ein wenig trainieren – sie darf nicht zu schwer sein. Die Bewegungen müssen leicht und locker sein.

Die Hare werden dicht an dicht gemalt. Und dadurch, dass hier und da zwischen Deinen Linien noch immer etwas von Deiner Untermalung durchscheint, erhältst Du ein relativ realistisches Fell.

Bild 7

Die Highlights solltest du schön fließend mit den Schattenbereichern vermalen, damit keine komischen Linien zwischen Licht und Schatten entstehen. Achte auch unbedingt auf die natürliche Wuchsrichtung des Fells.

Bild 6

Eine Nahaufnahme vom Fell.

Die Schnauze fehlt auch noch. Die ist getupft mit einer Mischung aus etwas Englischrot, Kadmiumgelb, Titanweiß und Umbra natur.

Bild 7

Alles so gemacht, wie ich es hier aufgeschrieben habe? Dann sollte Deine Kuh jetzt so aussehen… 🙂


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