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Schneeglöckchen im Wasserglas

Verwendete Materialien:

1 Paneel oder feine Leinwand (30 x 20 cm)

Ölfarben:
Mussini: Kaltgrau 1
Rembrandt: Titanweiß, Kadmiumgelb Citron, Ultramarinblau, Paynesgrau, Sepia

Katzenzungenpinsel für den Hintergrund
feiner Pinsel (Da Vini Nova 5/0 für die feinen Arbeiten

Liquin Fine Detail

Schneeglöckchen

Bild 1

Noch ein paar Wochen, dann beginnt – wenigstens gefühlsmäßig – der Frühling. Es ist also an der Zeit, auch das Zuhause ein bisschen aufzuhübschen, den Wintermuff aus den Sofakissen zu klopfen und sich ein bisschen Vorfrühling an die Wand zu hängen.

Was wäre da besser geeignet als Schneeglöckchen?

Das Bild ist nicht wirklich schwer, ich male es Euch vor.

Ich habe dafür eine MDF-Malplatte verwendet, die mit Tuch bespannt ist. Solche Panele nennt man übrigens Marouflé. Nur für den Fall, dass Euch das Wort mal irgendwo begegnet, dann wißt Ihr: Aha, Hartfaser, bespannt.

Ihr könnt natürlich auch jeden anderen Malgrund verwenden, solange die Struktur nicht zu grob ist.

Bild 1

Den Hintergrund habe ich als erstes gemalt: einfarbig grau. Ich habe dazu das helle Kaltgrau von Mussini fertig aus der Tube wendet. Das hat den Vorteil, dass man nicht immer Farbe nachmischen muss. Man erhält einen schönen, gleichmäßigen Farbton auf allen Bereichen der Malplatte. Es deckt außerdem sehr gut und man hat den Untergrund in einem Malgang fertig.

Solltet Ihr billige Farben verwenden, dann müßt Ihr vielleicht 2 – 3 Lagen aufsetzen, bis der Hintergrund so aussieht, wie Ihr es haben wollt.

Sobald der Hintergrund getrocknet ist, werden die Schneeglöckchen mit einem weißen Aquarellstift aufgezeichnet. Der weiße Aquarellstift hat zwei Vorteile: Wenn irgendwo eine Linie in die Hose geht, dann kann man seinen Fehler gleich mit ein bisschen Wasser und einem Pinsel wegwaschen. Und die Aquarellstift-Linien lösen sich beim späteren Malen auf – von der Vorzeichnung sieht man dann nichts mehr. Mit Bleistift gelingt das nicht immer.

Schneeglöckchen

Bild 2

Schneeglöckchen

Bild 3

Schneeglöckchen

Bild 4

Bild 2 – 4

Dazu gibt es eigentlich nicht viel zu sagen – wie Ihr seht, entstehen die Schneeglöckchen langsam aus dem Nichts. Sie sehen noch sehr platt aus, aber es ist ja auch erst mal die Untermalung. Wenn Ihr damit fertig seid, dann stellt das Bild erst mal weg. Es muss jetzt trocknen.

Schneeglöckchen

Bild 5

Bild 5

Ich habe mal ein wenig rangezoomt, damit Ihr besser sehen könnt, worum es nun im nächsten Arbeitsschritt geht.

Vergleicht mal die Schneeglöckchen und das Grün in der linken oberen Ecke mit denen in auf der rechten Seite. Richtig! Jetzt geht es um Dimension.

Ausarbeitung von Licht und Schatten.

Schneeglöckchen

Bild 6

Wenn Ihr damit fertig seid, dann sollte Euer Bild jetzt aussehen wie

Bild 6

Denkt auch an die Stängel im Glas. Welche Stängel liegen vorn, welche dahinter? Das muss deutlich werden.

Noch gefällt mir das alles nicht wirklich – ich werde wohl noch eine Lasur über Blüten und Stängel setzen. Aber für heute lasse ich das Ganze nun erst mal trocknen.

Schneeglöckchen

Bild 7

Bild 7

Während die Schneeglöckchen trocknen, kann man schon ein bisschen am Glas weiterarbeiten. Das ist nun wirklich einfach. Auf die linke Seite des Glases setzt Ihr eine dunkelgraue Lasur, auf die rechte eine weiße Lasur.

Aber Achtung! Lasur bedeutet: transparente Schicht Farbe. Also sehr dünn. Für meine Lasuren nehme ich Liquin, das geht prima.

Schneegloeckchen

Bild 8

Bild 8

Meine Schneeglöckchen habe ich nun nochmals überarbeitet, Licht und Schatten besser ausgearbeitet. So können sie bleiben.

Bild 9

Jetzt zum Glas. Der Glasboden ist nun im Werden. Schaut genau hin. Auf der rechten Seite habe ich eine hauchdünne weiße Lasur angebracht. Wieder mit Liquin. Für den Rest habe ich ein Grau verwendet, das etwas dunkler ist als der Hintergrund des Bildes.

Schneegloeckchen

Bild 9

Schneeglöckchen

Bild 10

Bild 10

Es wird spannend, denn als nächstes kommen die Ellipsen. Also der Glasrand, der Wasserspiegel, der Glasboden.

Zeichnet das Ganze mit dem Pinsel und sehr dünner Farbe am besten zuerst vor, bevor Ihr endgültige Linien zieht. Bei den Ellipsen kann man schnell einen Fehler machen. Lasst das Bild dann gut trocknen. Wenn Ihr Liquin verwendet, dann geht das übrigens relativ flott – schon am nächsten Tag kann man weitermalen.

Schneegloeckchen

Bild 11

Bild 11

Noch ein paar weiße Reflektionen auf’s Glas und dann… sind wir fertig! Die Reflektionen könnt Ihr nun relativ dick auftragen, denn sie sind in der Regel nicht transparent.

Kleiner Nachtrag: Ich werde oft gefragt, welches Grün ich für Blumen, Blätter etc. verwende. Eigentlich finde ich das Saftgrün aus dem Hause Rembrandt sehr schön. Aber leider ist es transparent, und bevor man einen schönen deckenden Farbauftrag erhält, ist man 10 Lasuren und 2 Wochen weiter. Deshalb mische ich mir mein Saftgrün selbst. Ich verwende Zitronengelb, Ultramarin, Paynesgrau und ein klitzekleines bisschen Sepia. Probiert es mal aus.

 


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