Ausstellungseröffnungen – Do’s and Dont’s

Ausstellungen sind immer prima, und in der Regel freut sich jeder Künstler über ein Ausstellungsangebot einer Galerie o.ä.

Natürlich ist eine Ausstellung immer auch eine Streicheleinheit für das Ego, aber dennoch geht es um viel, viel mehr. Nämlich um die Frage: Wie präsentiere ich meine Kunst zu meinem Vorteil?

Jede Kunstausstellung oder Ausstellungseröffnung markiert einen Meilenstein in Deiner Karriere als Künstler. Es ist eine Premiere, ein Anfang. 

Die wenigen Stunden der Ausstellungseröffnung sind wie ein Mikrokosmos von allem, wofür Du jemals und bis zu diesem Punkt gearbeitet hast, konzentriert in einem einzigen Moment.

Alles kann passieren, und für Dich bedeutet das, dass du da sein musst. Sei aufmerksam und sei bereit. Vermeide unbedingt, unnahbar oder beschäftigt zu wirken.

Deine Kunst sieht nie so gut aus wie zu Deiner Eröffnung. Sie ist makellos, perfekt und an der Schwelle eines Neubeginns. Alle sind optimistisch in Bezug auf positive Reaktionen und gute Verkäufe. Aber die wichtigste Zutat bist Du selbst.

Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie viele Künstler wenig mehr als eine lockere Haltung gegenüber ihren Eröffnungen haben. Sie stehen rauchend vor der Tür der Galerie und strahlen sowas aus wie: Ich bin nur hier, weil ich muss. Man spürt förmlich, wie unangenehm ihnen die Anwesenheit auf ihrer eigenen Ausstellungseröffnung ist.

Ich verstehe das wohl, aber es macht keinen Sinn.

Man verbringt Wochen, Monate oder Jahre damit, die Kunst zu schaffen, aber nicht zehn Minuten, um darüber nachzudenken, wie man sich selbst bei seinem öffentlichen Auftritt präsentieren wird. Eine Ausstellungseröffnung ist der falsche Ort, um herumzustehen, zu lächeln, mit Freunden zu plaudern, Wein zu trinken, Hände zu schütteln und die Zumutung der Eröffnung missmutig zu ertragen. Und danach nach Hause zu gehen und alles zu vergessen.

Du willst Deine Kunst verkaufen? 

Dann habe ich hier ein paar Tips für Dich:

Die erste Regel für Ausstellungseröffnungen ist: sei anwesend. Von Anfang bis zum Ende. Schließlich geht es nur um ein paar Stunden, die Du erübrigen musst.

Stelle Dich vor allem Leuten zur Verfügung, die du nicht kennst. Die, die du nicht kennst, sind meistens die wichtigsten im Raum. Verschwende keine Zeit mit Freunden, die Du jederzeit sehen kannst. Du musst ein Gefühl dafür entwickeln, welche Leute wirklich etwas kaufen könnten und welche Leute mal eben den Künstler kennenlernen möchten, damit sie bei ihrem nächsten Stammtischabend etwas zu erzählen haben. Du musst lernen, diese Art von Zeitverschwendern auf eine freundliche, aber bestimmte Weise loszuwerden.

Sprich immer in der Alltagssprache, die jeder verstehen kann, besonders wenn Du mit jemandem sprichst, den Du nicht kennst. Widerstehe dem Drang, den Menschen mehr zu erzählen, als sie hören möchten, und vermeide Ausschweifungen im Insider-Jargon.

Achte auf jeden, mit dem Du sprichst; vergewissere Dich, dass Du verstanden wirst. Sprich auf der Ebene Deines Gegenübers und nicht so, als wüsstest du viel mehr über Kunst als er (selbst wenn du es tust). Vermeide vor allem die Tendenz, argumentativ zu sprechen oder jemanden zu korrigieren, der Deine Kunst falsch interpretiert oder anders sieht als Du selbst. Kunst wird immer sehr subjektiv erfahren. Und jeder hat ein Recht auf seine Meinung, besonders in Bezug auf die Kunst.

Wenn Du das Gefühl hast, dass es angebracht ist, gehe auf die Menschen zu und begrüße sie. Ein einfaches “Hallo” reicht oft schon. Du kannst sehr schnell sehen, ob die Menschen dann mit Dir reden wollen. Denke daran, dass alle möglichen Leute aus verschiedenen Gründen mit Dir sprechen möchten, aber manchmal wissen sie entweder nicht, wie Du aussiehst oder sind schüchtern und haben Angst zu fragen. Mit Deinem Hallo hilfst Du, das Eis zu brechen.

Beantworte Fragen niemals mit Standardantworten. Sei aufmerksam und bleibe freundlich, egal wie uninformiert manche Fragen sein mögen. Viele Menschen, die Kunst mögen, wissen wenig oder nichts darüber; einige von ihnen entpuppen sich als Käufer. Ich sehe das die ganze Zeit passieren; jeder engagierte Sammler muss irgendwo anfangen.

Was die Kuratoren, Kritiker, Reporter, Blogger, Fotografen und Videografen in der Menge anbelangt, egal wie unbedeutend ihre Publikationen oder Websites sind oder wie sehr Du ihren Ansichten widersprichst: gib ihnen absolut alles, wonach sie fragen!

Du willst Berichterstattung und Bewertungen, Öffentlichkeit und Reklame – das ist Deine Chance!

Je mehr Du bekommst, desto besser. Werbung ist immer gut, egal wo sie erscheint. Jedes Mal, wenn jemand über Deine Kunst schreibt, bedeutet das, dass Deine Kunst es wert ist, darüber zu schreiben und noch wichtiger, dass dieser Bericht von einer größeren Anzahl von Menschen gesehen wird.

Behalte die Menge im Auge. Wenn Du beschäftigt bist, aber Leute siehst, die aussehen, als ob sie Hilfe brauchen oder Fragen haben, dann gib dem Galeristen ein Zeichen.

Sei positiv. Keine Beschwerden. Es wird nicht gelästert: nicht über andere Künstler, Sammler, Galerien oder irgendjemand oder irgendetwas anderes. Negativität bringt Dich nirgendwohin.

Bleib nüchtern. Du wirst später genug Zeit haben, um Dich selbst zu feiern.

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