Facebook und Social Marketing für Künstler

Das Internet entwickelt sich noch stets weiter und spielt eine immer größere Rolle in unserem Leben. Social Networking-Websites und Facebook insbesondere entwickeln sich für den Künstler zunehmend als effektive Möglichkeit, für die eigene Kunst zu werben und ein großes Publikum zu erreichen.

Wie bei jedem Kommunikationsmodell muss man sich darüber im klaren sein, wie man die Leute erreicht, die man auch wirklich erreichen will. Facebook ist natürlich kein Wundermittel, und nur weil man dort einen Account sein eigen nennt, stellt sich nicht automatisch Erfolg ein. Die folgende Liste von Geboten, Verboten, Empfehlungen und Anregungen soll Dir helfen, Deine Kunst mit maximalem Nutzen für Dich selbst und mit einem Minimum an Unannehmlichkeiten oder Irritationen für andere zu vermarkten…

DO’S:

Behandele andere Menschen wie im wirklichen Leben. 

Nur weil Du Deine virtuellen Gesprächspartner nicht sehen kannst und vielleicht nicht einmal persönlich kennst gibt es keinen Grund, sich wie die sprichwörtliche Axt im Walde zu verhalten.

Aktualisiere Deine Inhalte regelmäßig. Eine Seite, die nur einmal im Monat oder noch seltener ein Update erfährt, ist uninteressant und geht in der Masse der Postings schnell unter.

Mach Dir bewusst, warum Du bei Facebook bist und konzentriere Dich darauf. Was sollen die Menschen über Dich und Deine Kunst wissen? Was ist Deine Botschaft? Was sind Deine Ziele und Erwartungen? Je bewusster Du mit Deinem gesetzten Ziel umgehst, desto besser werden andere Dich verstehen.

Triff eine Entscheidung, wie öffentlich oder privat Du Dich geben möchtest. Wenn Du auf Facebook & Co eigentlich für Dich und Deine Arbeit werben möchtest, dann stören ellenlange Privatberichte, Musikfilmchen und “geborgter Content” nur. (Wenn sie unbedingt sein müssen, dann benutze lieber einen Filter für Deine Familie und engen Freunde.) 
Je mehr Posts sich auf Deiner Seite befinden, die nichts mit Dir und Deiner Kunst zu tun haben, desto uninteressanter wird es für potentielle Interessenten, mit Dir in Verbindung zu treten, mit Dir zu kommunizieren und vor allem: Deine Kunst wahrzunehmen.

Um einfache Cross-Postings und Querverweise einfacher zu gestalten, solltest Du darauf achten, dass Du bei allen Social Networks den gleichen Namen verwendest. Am besten den, mit dem Du Deine Bilder signierst. Aliasnamen oder Pseudonyme erschweren es Deinen Folgern oder machen es gar unmöglich, Deine Kunst zu finden und Dir zuzuordnen.

Sei konsequent im Inhalt und der Qualität Deiner Nachrichten. Einheitliche Beiträge zu ähnlichen Themen oder ähnlichen Zwecken machen es Deinen virtuellen Besuchern einfacher, Dich zu verstehen und ein Bild davon zu kriegen, wer Du bist, wie Dein Werdegang ist und was Deine Perspektive.

Mach Deine Beiträge interessant. Konzentriere Dich auf Erzählungen, Geschichten oder Themen, die wichtige Aspekte Deines Kunstlebens sind und für Dich selbst von Bedeutung. Aktualisiere regelmäßig – ein paar Mal pro Woche sind optimal. Facebook ist ein bisschen wie ein Echtzeit-Blog– und ein interaktiver noch dazu. Binde Deine Besucher aktiv ein – dann erhältst Du schier grenzenlose Möglichkeiten.

Gib Deinen Besuchern einen guten Grund für einen (erneuten) Besuch auf Deiner Seite. Das können wechselnde Angebote sein – materiell oder immateriell macht keinen Unterschied. Lass Dir was einfallen. Du könntest auch über Dein Leben als Künstler sprechen: Deine Herausforderungen, Triumphe, Anregungen, Perspektiven, und vieles mehr. Berichte auch über andere, befreundete Künstler, aufregende Ausstellungen etc. Mach aus Deiner Seite eine kleine Community, lass andere Menschen daran teilhaben, von dir lernen und Einsichten erwerben; lass Deine Besucher miteinander kommunizieren und mit anderen Menschen Kontakte knüpfen.

Wecke Interesse bei Deinen Besuchern, biete einen Mehrwert. Natürlich soll man neue Bilder posten, aber Umschreibungen wie “meine neueste Kunst” oder “meine Kunst im Prozess” gibt es haufenweise. Jeder verwendet sie. Ein guter Grund also, vielleicht mal andere Wege zu beschreiten. Schreib über das Werden eines Bildes, wie Du auf die Idee gekommen bist, woher Du Dein Referenz-Material hast, schreib über den Fortgang der Arbeit: bist Du zufrieden damit oder stellen sich Probleme ein? Wie sieht Dein Tag im Studio aus? Mach Deine Besucher zu virtuellen Atelierbesuchern.

Egal, worüber Du schreibst: präsentiere Dich in einer Weise, die andere dazu ermutigt, ihre eigenen Gedanken und Gefühle mit Dir und anderen zu teilen oder zu kommentieren. Besser noch per “Share”-Button als mit einem simplen “Gefällt mir”. Denn dann tritt der “Domino-Effekt” ein – wenn Deine Besucher Deine Beiträge teilen, dann erscheinen sie auch auf deren Seiten. Für Dich bedeutet das: Erweiterung Deiner Kontaktliste und Fangemeinde. Und darum geht es doch.

Wenn Du mit Galeristen, Kunsthändlern oder rennomierten Künstlern in Verbindung treten möchtest, weil Du geschäftliche Kontakte brauchst oder weil Du von dieser Art Kunst beeindruckt bist und keine Posts verpassen möchtest, stelle dann unbedingt vorher sicher, dass Deine neuen Kontakte ähnliche Techniken wie Du schätzen und verwenden/verkaufen. Nur weil Du ein Künstler bist, bist Du deshalb nicht für jede Galerie interessant. Malst Du zum Beispiel realistische Blumenstillleben, wird ein Galerist, der in der “Abstrakten Moderne” zu Hause ist, über Deinen Kontaktversuch nur müde lächeln und Deine Abfrage ablehnen. Oder vielleicht sogar als Spam einstufen. Und wenn es tatsächlich zu einem neuen Kontakt kommt, dann gib dieser neuen Beziehung eine Chance, sich zu entwickeln und etwas zu wachsen, bevor Du diese neuen Kontakte um Gefallen bittest.

Kommentiere auch Beiträge anderer Leute und beteilige Dich an Diskussionen, besonders wenn sie Dich interessieren oder Du den Verfasser näher kennenlernen möchtest. Der beste Weg, um jemandem zu zeigen, dass Du ihn bewunderst: beteilige Dich an seinen Postings in Form von Kommentaren. Sei großzügig und nimm Dir Zeit dafür – das wird nicht nur im realen Leben, sondern auch auf Facebook sehr geschätzt.

Lerne die Menschen nach und nach kennen, genau wie im wirklichen Leben. Freundschaften entwickeln sich im Laufe der Zeit. Reagiere auf Beiträge, auf Postings, teile sie auch. So zeigst Du am besten Interesse und Sympathie.

Wenn jemand bei Dir Freundschaft anfragt, dann versuche erst herauszufinden, ob dieser Kontakt für Dich wirklich interessant oder von Nutzen sein kann. Ist es ein Gleichgesinnter? Jemand, der sich für Kunst interessiert? Eine barbusige Schönheit aus den Slums von Soweto mit Dir als einzigem Freund kann für Dich geschäftlich kaum von Interesse sein. – Es geht bei Facebook nicht um das wahllose Anhäufen von irgendwelchen Freunden, sondern um das gezielte Anhäufen von gleichgesinnten Freunden. Das ist etwas anderes.
Benenne Deine Bilder bei Facebook korrekt und gib nach Möglichkeit ein paar Hintergrund-Information (Technik, Größe, Material, Entstehungsjahr). Galeristen sind mitunter ganz verrückt nach solchen Mitteilungen.

DON´TS

Was Du im wirklichen Leben nicht machst: tue es auch auf Facebook nicht. So unpersönlich wie Facebook auch scheinen mag: Deine Aktionen, Kritiken usw. treffen am anderen Ende echte Menschen mit echten Gefühlen. “Blame Games” oder virtuelles Mobbing sind sehr populär in dieser Zeit. Beteilige Dich niemals daran.

Schreib nicht nur über Dich selbst. Das wirkt schnell arrogant. Und es wird langweilig mit der Zeit. Es gibt viel mehr Dinge im Leben als Dich allein. Rege Deine virtuellen Gäste zu Konversationen an: Menschen mögen Austausch, Informationen, Interessantes.
Tagge nie jemanden in Deinem Bild, nur weil Du möchtest, dass der Betreffende es sich anschaut. Das kann Dich einen wertvollen Kontakt kosten. Taggen solltest Du nur, wenn Du z. B. ein Porträt gemalt hast: dann darfst Du gern auf Dein Modell verweisen.

Spamme nicht oder sende Massenmails an Deine Kontakte. Auch solltest Du nicht immer wieder das gleiche Bild posten, oder den gleichen Text. Wieder und wieder. Das ist irritierend und wird mit der Zeit entsetzlich langweilig. Es kann dazu führen, dass manch einer Dich aus seiner Kontaktliste entfernt oder Dich blockiert, weil er Dich nicht mehr ertragen kann.

Bitte Deine Facebook-Kontakte niemals um Geld oder große Gefälligkeiten.

Falls Du Administrator einer Gruppe bei Facebook bist: füge Deine Kontakte nicht einfach hinzu, ohne sie vorher zu fragen.

Schreib niemanden an und bitte um seine Meinung zu Deinem Bild oder ein sonstiges Feedback. Der, den Du angeschrieben hast, erhält vielleicht 10 Anfragen dieser Art pro Tag und findet solche Bitten nur noch lästig.

Poste nicht Video um Video von Deiner Lieblingsmusik oder Filmchen über Deine Haustiere, sondern konzentriere Dich auf Deine Kunst. Denn was, wenn jemand vielleicht Deine Bilder mag, aber Deine Musik zum Abgewöhnen findet? Oder Katzen hasst? Dann hast Du´s verknallt…

Schreibe keine Postings auf die Pinnwand von anderen, es sei denn, der Post hat etwas mit der Person oder mit den Interessen der Person zu tun.

Schreib niemals abfällig über Künstlerkollegen oder Galeristen, das wird schnell zum Bumerang. Ich kenne zwei niederländische Künstler, die sehr gute Bilder malen, aber dennoch keinen Fuss in eine Galerie bekommen. Die beiden tauchen immer wieder in öffentlichen Diskussionen auf; sind beleidigend, diffamierend und unverschämt anderen Künstlerkollegen gegenüber. Ergebnis: kein Galerist möchte solche Künstler in seiner “Crew” haben.

Manipuliere Deine Fotos nicht und mache per Photoshop etc. etwas daraus, was im Original nicht wiederzufinden ist.

Sende keine App- oder Spiele-Anfragen an Deine Kontakte.

Nimm nicht nur. Versuche der Gemeinschaft auch etwas zu geben. Etwas Eigenes, Interessantes. Es gibt Leute bei Facebook, die sind wie ein Schwamm: sie saugen kostenlose Informationen, Beratung, Gefälligkeiten, Feedback auf und haben selber nichts anzubieten. Besser noch: sie werden auch noch ausfallend, wenn man ihnen bei 10. Mal dann die Informationen verweigert. Grundsätzlich gilt: Je mehr man gibt, desto mehr bekommt man irgendwann zurück.

Lesenswertes zum Thema bei Amazon:

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