Die Sache mit dem Urheberrecht

Als Künstler ist es wichtig, mit dem Urheberrecht vertraut zu sein. Du musst sicherstellen, dass Du nicht gegen Urheberrechtsgesetze verstößt und auch weißt, wie Du Dich selbst davor schützt, Opfer einer Urheberrechtsverletzung zu werden.

Das Urheberrecht ist zu einem wichtigen Thema für bildende Künstler geworden, insbesondere in der digitalen Welt. Es ist von erheblicher juristischer Bedeutung. Unternehmen und Einzelpersonen stehen regelmäßig wegen Urheberrechtsverletzungen vor Gericht, und es können hohe Geldstrafen verhängt werden. Jeder Mensch hat die moralische Verpflichtung, die Rechte von Künstlern zu respektieren und darauf Rücksicht zu nehmen.

Allgemeine Mythen über Künstler-Copyrights

Wer hat das nicht schon selbst gehört: “Ich habe das Bild kopiert, weil ich den Künstler so toll finde…”, “Ich habe es ein bisschen verändert …” etc.

Verlasse Dich bitte nicht auf Dein eigenes Rechts- oder Unrechtsempfinden, wenn es ums Urheberrecht geht. Das kann ordentlich in die Hose gehen.
“Fair Use” ist eines der am meisten missverstandenen Konzepte im Urheberrecht. Wenn Du einen “kleinen Teil” der Arbeit eines anderen Künstlers änderst, dann darfst Du die fremde Arbeit benutzen? Das ist eine Illusion. Du darfst es nicht.

Solange Du ein fremdes Kunstwerk kopierst, um daran zu wachsen und zu lernen, darfst Du das selbstverständlich tun. Für Deinen rein privaten Gebrauch. Sobald Du diese Arbeit aber unter Deinem eigenen Namen ausstellst, selbst wenn es nur auf Deiner Website ist oder bei Facebook in Deinem eigenen Profil, dann sieht es schon ganz anders aus. In dem Moment verstößt Du bereits gegen geltendes Urheberrecht.

In den meisten Ländern gilt das Urheberrecht bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Also auch ein Picasso darf nicht kopiert werden, denn er starb erst 1973.

“Ich habe das Bild im Internet gefunden. Bedeutet das nicht, dass es öffentlich ist?” Absolut nicht. Nur weil etwas online veröffentlicht wird, bedeutet es nicht, dass es jeder nutzen kann, wie es ihm gefällt.

Das Internet ist nur ein anderes Medium. Du kannst es Dir auch als eine elektronische Zeitung vorstellen. Der Zeitungsverlag hält das Urheberrecht an seinen Bildern und der Herausgeber einer Website ist Inhaber des Urheberrechts seiner Inhalte. Selbst wenn Du illegal reproduzierte Bilder auf Websites findest, ist es nicht gestattet, sie auch zu verwenden.

“Niemand interessiert sich für meine kleine Zeichnung. Deshalb wird mir auch niemand auf die Schliche kommen.” – Egal wie groß oder klein Du bist, Du kannst immer wegen Urheberrechtsverletzung belangt werden. Die verhängten Geldstrafen sind saftig und können sehr schnell Tausende von Euros betragen.

Sorge dafür, daß Deine eigene Kunst legal bleibt
Es gibt einige einfache Strategien, mit denen Du Urheberrechtsverletzungen vermeiden kannst. Erspare Dir selbst viel Ärger und Sorgen von Anfang an und alles wird gut.

Wenn Du andere Referenzmaterialien als Deine eigenen Skizzen oder Fotos verwendest, dann habe ich ein paar Tipps für Dich:

Verwende nach Möglichkeit nur eigenes Quellenmaterial. Das ist einfacher als du denkst. Verbringe einfach ein Wochenende mit Deiner Kamera und mache Deine eigenen Quellenfotos. Gute Beleuchtung ist ein Hauptmerkmal von professionellen Aufnahmen und Fotografen stehen oft mit dem ersten Hahnenschrei auf, um das Morgenlicht zu erfassen. Probiere es selbst aus.

Verwende nicht urheberrechtlich geschützte Materialien. Auf Websites wie z.B. Pixabay stellen Fotografen Arbeiten aus, die frei benutzt werden dürfen – privat und kommerziell. Allerdings muss man als “Dank” selbst auch eigene Arbeiten einstellen. Das ist das Prinzip von Geben und Nehmen. Prima Sache eigentlich.

Wenn Du ein Bild verwenden möchtest, das urheberrechtlich geschützt ist: schreibe an den Künstler und frage einfach um Erlaubnis. Das Schlimmste, was Dir passieren kann, ist ein “Nein”. Es gibt Künstler, die grundsätzlich nichts dagegen haben, wenn ihre Bilder verwendet werden, andere fragen eine kleine Gebühr (die auch gerechtfertigt ist). Bewahre solche Erlaubnisse gut auf – vielleicht musst Du irgendwann nachweisen, dass Du die Genehmigung hattest, mit fremdem Material zu arbeiten.

Jedes Land hat seine eigenen Urheberrechte, daher ist es wichtig, dass Du die für Dich geltenden Gesetze einmal liest und auch verstehst.

Weitere Quelle:  urheberrecht.de

Schütze Deine eigenen Kunstwerke
Sobald Dein Kunstwerk Deine Hände verlässt, riskierst Du, dass andere es unangemessen verwenden. Dies gilt genauso für das Teilen von Fotos im Internet wie für das Verkaufen eines physischen Gemäldes, das dann kopiert werden kann. Es ist auch möglich, dass jemand anderes von Deiner Arbeit profitiert, ohne dass Du es merkst.

Dies ist eine harte und bittere Realität für jeden Künstler, besonders wenn Du Deine Arbeit online vermarkten willst. Obwohl es keine wirklich effektive Schutzmaßnahme mit Erfolgsgarantie gibt, kannst Du doch einiges tun, um Deine Kunst vor Missbrauch zu bewahren.

- Füge ein Copyright-Symbol und eine schriftliche Benachrichtigung auf der Webseite hinzu.
- Poste Bilder in so kleiner und niedriger Auflösung wie möglich.
- Füge ein Copyright-Hinweis-Wasserzeichen auf dem Bild hinzu.
- Bette in die Bilddatei einen Copyright-Hinweis mithilfe von Metadaten ein.
- Verwende einen Webservice, um zu verfolgen, ob und wo Deine Bilder gepostet werden. Oder suche selbst danach im Internet. Geht ganz einfach über Google Bildersuche.
- Schneide größere Bilder in Abschnitte und füge sie in einer Tabelle zusammen.

Lesenswertes zum Thema bei Amazon:

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