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Der menschliche Kopf – erste Schritte

Das menschliche Gesicht ist faszinierend, so unterschiedlich, so ausdrucksstark. Nicht wenige Künstler haben sich deshalb ganz und gar dem Porträtieren verschrieben. Jedes Modell ist neu und einzigartig, und schließlich geht es nicht nur darum, eine Ähnlichkeit im Bild zu schaffen, sondern auch darum, die Psyche des Modells widerzuspiegeln. Freude, Trauer, Probleme – all das spiegelt sich im menschlichen Gesicht.

Porträtzeichnen oder -malen ist der ultimative Weg für jeden, der Menschen liebt und die Ergründung der menschlichen Seele.

Beginne einfach

Für den Anfang reichen zwei Bleistifte (HB und 4B) und ein Zeichenblock. A4 sollte für Deine Übungen genügen. Nimm wirklich Zeichenpapier und kein Druckerpapier. Teste bitte das Papier, bevor Du anfängst zu arbeiten. Ziehe eine ganz sachte Linie über das Papier. Ist sie grau? Dann drück fester auf mit dem Stift. Ist die Linie dann schwarz? Ja, das Papier ist geeignet. Wenn Du lieber mit Kreide arbeiten möchtest: auch gut. Dann kaufe Dir zwei schwarze Pastell-Stifte oder zwei Conté-Stifte, jeweils einen harten und einen weichen.

Gesichtsformen

Aber nun… lass uns starten!

Die meisten Menschen haben einen eiförmigen Kopf. Es gibt aber auch runde und lange Köpfe.

 

Die erste Frage, die Du Dir selbst stellen musst, wenn Du ein Porträt zeichnest: Welche Kopfform hat mein Modell? – Wenn Du das erkennen kannst, dann hast Du schon viel gewonnen. Das wird immer die Basis sein.

Nehmen wir an, Dein Modell hat wirklich einen eiförmigen Kopf. Zeichne es, das Ei. Und damit kommen wir zum zweiten Schritt.

 

Suche von dem Ei die Mitte. Dort zeichnest Du jetzt eine dünne Linie. Wie Du in nebenstehender Zeichnung gut erkennen kannst, befinden sich auf dieser Linie die Augen.

Viele Künstler arbeiten übrigens nach diesem Prinzip – egal, wie viele Jahre Berufserfahrung sie bereits haben. Die Linien helfen beim Finden der Proportionen, der Symmetrie, bei den Abmessungen.

Es gibt verschiedene Varianten, um ein Gesicht geometrisch zu zerlegen – in Asien und Amerika werden teilweise ganz andere Methoden gelehrt. Ich möchte dazu hier nicht näher eingehen, weil ich selbst mich mit diesen Methoden nie anfreunden konnte. Falls es Dich aber interessiert, dann befrage mal das Internet. Oder schaue Dich auf Pinterest um – dort findest Du unzählige Beispiele.

Wenn Du die untere Hälfte des Gesichts nochmals halbierst, dann sitzt auf dieser Linie das Ende der Nase.

Und wenn Du das unterste Feld nun nochmals teilst, dann  liegt an dieser Stelle das Ende der Unterlippe.

Du hast nun alle wichtigen Linien, mit denen Du ein Gesicht aufteilen kannst – nun kannst Du mit Augen, Nase und Mund weitermachen.

Hin und wieder solltest Du mal ein paar Schritte Abstand von Deiner Zeichnung nehmen und sehr kritisch beurteilen, ob die Proportionen auch stimmen. Wenn Du von den Nasenflügeln zwei Linien nach oben ziehst, dann beginnen dort die Augen. Und der Abstand zwischen beiden Augen ist genauso groß wie ein Auge.

Das alles sind kleine Kontrollmechanismen, die Dir das Zeichnen erleichtern können.

Und natürlich musst Du Dir auch dessen bewusst sein, dass die hier vorgestellte Geometrie nur gilt für Menschen mit Idealmaßen.

An klassischen Kunsthochschulen wird in den Porträtklassen deshalb immer erst mit dem Zeichnen von mittelalterlichen Skulpturen begonnen – die haben beihnahe alle Idealmaße.

Wahrscheinlich wird Dir kein Skulpturenkabinett zur Verfügung stehen, deshalb muss Tante Frieda als Modell herhalten. Zeichne zu Beginn am besten Menschen, die Du gut kennst – dann fallen Dir etwaige Fehler viel eher auf, weil Dir das Gesicht vertaut ist. Zerlege Tante Friedas Gesicht gedanklich in die hier vorgestellten Teile. Klappen sie? Oder ist die Nase von Tante Frieda vielleicht zu kurz? Das Kinn zu lang? Auch in diesem Fall werden Dir diese Linien bei der Orientierung helfen.

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