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Bild 1

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Hier ist schon unsere Calla als Vorzeichnung. Etwas verschmiert leider, aber das kommt vor. (Sowas passiert, wenn man seine Vorzeichnung mit Kohle oder Pastell macht und dann beim Zeichnen die Hand auf dem Papier liegen hat. – Besser ist es, man legt sich ein Stück Papier unter die Hand.)

Für diese Zeichnung ist es aber nicht so schlimm, denn sie wird relativ dunkel, so dass das Geschmiere verschwindet.

Wenn Du selbst eher zum Perfektionismus neigst, dann kannst Du – sollte bei Dir das gleiche Problem auftreten – verschmierte Stellen oder falsche Linien auch einfach wegradieren. In diesem Fall würde ich allerdings zu einem abriebfreien Radiergummi greifen, denn sonst kann es passieren, dass Du Deine Vorzeichnung gleich mit wegbürstest.

Calla

Bild 2

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So, und hier ist nun der Hintergrund. Er ist beinahe tiefschwarz. Das lässt sich mit einem herkömmlichen Bleistift kaum realisieren.

Ich habe vor Jahren in einem kleinen Künstlerbedarfsladen in Amsterdam mal 9B-Bleistifte einer französischen Firma gekauft, deren Namen ich noch nie zuvor gehört hatte. Die waren wirklich superschwarz. Aber wie das manchmal so ist: den Künstlerbedarf gibt es schon lange nicht mehr, und den Namen der Bleistift-Firma habe ich auch vergessen.

Wenn man wirklich tiefschwarze Flächen auf seinen Zeichnungen braucht, dann muss man deshalb in die Trickkiste greifen.

Ich habe den Hintergrund mit einem weichen Contéstift gezeichnet. Contéstifte sind vergleichbar mit Zeichenkohle.

Nun ist es allerdings so, dass eine Oberfläche, gezeichnet mit Conté, eher sehr matt aussieht. Wohingegen eine mit Graphit gezeichnete Oberfäche glänzt. Nun kann man zwar eine glänzende Calla vor einem matten Hintergrund zeichnen, das geht. Ist aber nicht das, was ich will. Ich habe daher die Conté-Fläche fixiert und mit einem Pinsel loses Graphitpuder darüber gemalt. Fazit: Das Schwarz ist nun von Graphit überzogen und glänzt, als wäre es tatsächlich mit Bleistift gezeichnet worden.

Calla

Bild 3

Bild 3

Jetzt entsteht das Blatt. In Kreuzschraffur. Und – weil die Zeichnung relativ dunkel werden soll – beginne ich mit einem Bleistift HB.

Folge mit Deiner Schraffur der Form des Blattes – ich habe es hier mit roten Pfeilen angegeben.

Calla

Bild 4

Bild 4

Wenn Du damit fertig bist, dann fixiere Dein Blatt und zeichne die nächste Lage. Genau wie die erste, doch nun mit einem Bleistift 3B.

Hier bin ich nun schon ein bisschen weiter. Auf dem Blatt ist die zweite Lage zu sehen, und die Oberfläche wirkt nun schon viel dichter. Das reicht aber noch nicht – es wird noch eine dritte Lage mit 6B und vielleicht sogar noch eine vierte mit 8B geben. Aber erst später. Im Augenblick geht es eher darum, einen Gesamteindruck von der Zeichnung zu kriegen.

Auch die Blüte ist nun im Werden. Für den Stempel habe ich Pointillismus verwendet. Und einen Bleistift 6B.

Für den Rest der Blüte kommt nun wieder die Kreuzschraffur in Anwendung. Allerdings nur im oberen Teil. Dieses Mal – weil die Blüte sehr hell bleiben soll – mit einem Bleistift 2H.

Bild 5

Bild 5

Nach dem gleichen Prinzip (Kreuzschraffur), wie Du die Blattspitze oben gezeichnet hast, wird nun auch das restliche Blatt gezeichnet.

Die Linie folgt der Form. Und Du benutzt auch die gleichen Bleistifte wie oben dafür.

Am besten arbeitest Du von links nach rechts (Achtung! Hand auf dem Papier… :-))

Bild 6

Bild 6

Ich habe die Blüte fertig gezeichnet. Und da sie sich – qua Textur – von dem Blatt unterscheiden soll, habe ich das Shading mit einem Blender verwischt. Die Oberfläche der Calla wird dadurch weich und glatt, so soll sie sein.

Mit einem Knetgummi habe ich einige Lichter herausgearbeitet. Man kann natürlich die Lichter auch von Anfang an einkalkulieren, dann spart man sich das Radieren.

Und nun geht es an die rechte Seite des Blattes. Das kriegst Du so hin, dazu muss ich jetzt nichts schreiben, oder?

Bild 7

Bild 7

So, da wäre sie nun, die Calla. Wirklich zufrieden bin ich aber noch nicht. Das Blatt gefällt mir nicht, es wirkt viel zu grob. Und auch die Blüte muss ich nochmals ein wenig mit dem Radiergummi bearbeiten.

Es liegt auch am Papier, das eigentlich viel zu grob ist – es ist einfach eine Seite aus meinem Skizzenbuch. Wenn Du auf gutes, glattes Papier zeichnest, dann sieht Deine Zeichnung nicht so krisselig aus.

Bild 8

Aber… wir bekommen das schon hin. Erst mal wird die gesamte Zeichnung jetzt fixiert.

Bild 8

Die helleren Teile des Blattes habe ich mit einem Bleistift 2B noch einmal nachgezeichnet, die dunkleren mit einem Bleistift 8B. Danach die neue Bleistiftebene mit einem Blender fein verwischt.

En voilá!

So kann sie bleiben, die Calla.

Viel Spaß beim Nachzeichnen.

 

 

 

 


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