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Zeichnen und Mischtechnik

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Wenn man von Mischtechnik spricht, dann meint man eher Acrylfarbe in Verbindung mit Ölfarbe. Oder Ölfarbe in Verbindung mit irgendwelchen Harzen.

Tatsächlich aber bedeutet Mischtechnik nichts weiter als die Kombination von Materialien mit verschiedenen Bindemitteln auf einem Bild.

Ergo: auch aus Zeichnungen lassen sich mit wenigen Mitteln Mischtechniken machen. Und wie das geht, das zeige ich Dir anhand dieses Bildes.

Zeichnen und Mischtechnik

Bild 01

Bild 1

Ich beginne wie immer mit der Vorzeichnung (Bleistift 5H). Nicht zu doll aufdrücken, sonst zerstört man das Papier. Die Vorzeichnung muss ganz zart sein, kaum zu sehen.

Zeichnen und Mischtechnik

Bild 02

Bild 2

Für den Hintergrund verwende ich einen weichen Contéstift. Contéstifte sind in der Regel aus stark gepresster Kohle hergestellt. Manchmal auch aus Graphit. Es gibt sie in diversen Härtegraden und das Besondere daran ist: man zeichnet damit ein Tiefschwarz, das man mit normaler Zeichenkohle so entweder gar nicht oder nur mit einigen Tricks erreicht. Und mit Blei- und Buntstiften schon gar nicht. Für Conté braucht man aber auch besonderes Papier – es sollte etwas rauher und nicht zu glatt sein.

Zeichnen und Mischtechnik

Bild 03

Bild 3

Der Hintergrund ist fertig. Ich habe ihn in Kreuzschraffur angelegt, auch wenn man das auf dem Foto nicht so gut sehen kann. Conté hat einen Nachteil: es verschmiert leicht. Deshalb fixiere ich jetzt meine Zeichnung erst mal.

Ich nehme zum Fixieren übrigens in den seltensten Fällen Fixativ. Meine Wunderwaffe ist Klarlack (matt). Kriegt man in jedem Baumarkt.

Bild 04

Bild 04

Gerade, wenn man komplexe Zeichnungen macht, die aus vielen Schichten bestehen, ist Klarlack eine wunderbare Alternative. Denn: er verändert die Oberfläche des Papiers. Nicht nach einem Mal spritzen, aber mit der Zeit und nach mehreren Fixierungen. Das Papier bekommt einen rauhen Touch, fast wie feinstes Sandpapier.  Darauf lassen sich das superzarte Lasuren anlegen, die man sonst kaum hinbekommt.

Bild 4

Ich lege mit einem Bleistift HB die Grundstruktur für die Haare an. Die Haare folgen immer!!! der Kopfform.

Übrigens: ich fixiere nach jedem einzelnen Arbeitsschritt.

Bild 05

Bild 05

Bild 06

Bild 06

Bild 5 und Bild 6

In mehren Lagen lege ich jetzt Licht und Schatten an bei den Haaren. Immer noch mit einem Bleistift HB.

Bild 07

Bild 07

Bild 7

Noch ein paar Schichten auf die Haare. Und auch das Gesicht ist jetzt im Werden – mit einem Bleistift 5 H. Nur für die tiefen Farbtöne (Wimpern, Augenbrauen etc. nehme ich HB).

Gesichter sind immer eine heikle Sache, da kann viel schiefgehen. Wenn man die Zeichnung vorsichtig mit dünnen Lasuren, also mit einem harten Bleistift aufbaut, dann kann man seine Fehler noch korrigieren. Mit einem weichen Bleistift geht das nicht mehr.

Bild 8

Der Rest des Mädchens ist nun auch auf dem Papier. Sieht alles noch nicht perfekt aus, aber ich bin ja auch noch nicht fertig.

Bild 9

Bild 9

Bild 9

Nun beginne ich bereits mit dem Schmetterling. Für die roten Flächen der Flügel verwende ich Pan Pastell, das sind puderartige Pastellkreiden, die es in kleinen Näpfchen zu kaufen gibt. Man kann sie mit Schwämmchen vermalen, ich benutze dafür allerdings einen feinen Pinsel. Alternativ kann man sich auch ein wenig rote Pastellkreide selbst anreiben. Nehmt dafür ein Stück feines Sandpapier und reibt Eure rote Pastellkreide darauf – so erhaltet Ihr auch ein Pastellpuder.

Mischtechnik

Bild 10

Bild 10

Die Konturen des Schmetterlings zeichne ich nun wieder mit meinem Contéstift. Damit ist die Vorzeichnung abgeschlossen. Alles, was jetzt noch kommt, ist Kosmetik.

Mischtechnik

Bild 11

Bild 11

Mit einem Bleift 8 B zeichne ich nun nochmals den Hintergrund in Kreuzschraffur. Nun habe ich dadurch wirklich ein wunderbares Schwarz erreicht. Die Schattenpartien auf den Haaren werden nochmals mit einem Bleistift 6 B verstärkt, für die hellen Partien nehme ich jetzt einen Bleistift 2 B.

Das Rot auf den Schmetterlingsflügeln habe ich nochmals mit einem roten Buntstift verstärkt, das Schwarz auch, aber mit meinem Contéstift.

Wichtig! Wenn man Haare zeichnet, muss man immer darauf achten, dass sie nicht so an den Kopf geklatscht sind. Solche Haare gibt es nicht. Auch nicht bei einer strengen Frisur wie der des Mädchens. Es gibt immer einzelne Haare oder Haarsträhnen, die sich widersetzen.

Dem Mädchen lasse ich nun ein paar kleine Strähnen ins Gesicht fallen, das sieht natürlicher aus. Um die Haare an der Unterseite ein wenig vom schwarzen Hintergrund abzuheben, habe ich einen hellgrauen Aquarellstift verwendet.

Das Gesicht habe ich auch nochmals ein wenig überarbeitet: die Schatten verstärkt mit einem Bleistift 2 B.


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Die benötigten Materialien gibt’s bei Amazon:

Conté-Stift Bleistifte 5 H – 5 B Bleistifte 2 H – 8 B Klarlack, matt Roter Buntstift
Zeichenpapier

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