Einen Elefant zeichnen

Einkaufszettel:
1 weißer Bristol-Zeichenkarton 50 x 70 cm

Pan Pastel: Neutral Grey Tint, Neutral Grey, Neutral Grey Shade,  Neutral Grey Extra Dark

Faber Castell Polychromos: Weiß, Schwarz, Warmgrau VI, Warmgrau V, Warmgrau IV, Warmgrau III, Warmgrau II

Klarlack, matt

Aquarellschwämmchen

1 Katzenzungenpinsel für großflächige Arbeiten
1 Pinsel Da Vinci Nova 5/0 für die feinen Detailarbeiten

Diese Zeichnung besteht aus 2 verschiedenen Komponenten: einmal aus den Tonwerten, und zum anderen aus der Linienführung. 

Kleiner Tipp noch zu Beginn: Je größer Dein gewähltes Zeichenformat ist, desto besser kannst Du die Details ausarbeiten. Eigentlich logisch, dass man auf einem Format von 50 x 70 cm viel mehr Strukturen ausarbeiten kann als auf einem Format von 15 x 20 cm, oder?

Aber lass uns jetzt anfangen.

Zeichne Deinen Elefanten mit Bleistift vor. Nur zarte Linien, wir wollen ja später nichts mehr von der Vorzeichnung sehen. Am besten, Du verwendest einen Bleistift 2 H. 

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Und damit sind wir schon bei 

Bild 1 - Bild 3

Den Hintergrund lege ich an mit PAN-Pastell. Das kann man mit einem Schwämmchen machen, ich allerdings nehme lieber einen Pinsel. Einen breiten Katzenzungenpinsel für die großen Flächen, einen sehr feinen Da Vinci Nova 10/0 in der Nähe der Konturen. 

Wenn Du noch nie mit PAN-Pastell gearbeitet hast, dann erschrecke nicht, wenn Dein Hintergrund fleckig aussieht. Die erste Lage ist immer etwas rummelig. Schau Dir mal Bild 1 genauer an: Auf der linken Seite habe ich bereits 3 Schichten Pastell, auf der rechten Seite nur eine. Der Unterschied ist gewaltig, oder?

Ganz wichtig: Jede einzelne Schicht muss fixiert werden! Verwende dazu bitte matten Klarlack. Der hinterläßt auf Deinem Papier feine Partikel, die es Dir erlauben. auch mit Buntstiften feinste Übermalungen zu machen. Mit Fixativ würde Dir das nicht gelingen.

Und: je mehr Schichten PAN-Pastel auf dem Papier sind, desto feiner wird die Oberfläche und umso präziser kannst Du nuancieren.

In dem Hintergrund und auch im Elefanten haben wir Farbverläufe: dunkle Flächen, helle Flächen. Diese kannst Du realisieren durch das Verwenden von unterschiedlichen Grautönen von Deinem PAN-Pastel. 

Und wenn du mit Deinem Hintergrund fertig bist, dann arbeitest Du die Tonwerte an Deinem Elefanten aus. Natürlich auch wieder mit PAN-Pastel. Tonwerte ausarbeiten bedeutet in diesem Kontext: helle und dunkle Flächen ausarbeiten. Ich habe eigentlich keinen besseren Tipp für Dich als schauen, schauen, schauen.

Ich selbst arbeite immer stückweise. Von links nach rechts, von oben nach unten. Links ist der Rücken, also erst Tonwerte für den Rücken, dann die Details. Danach das Ohr. Erst Tonwerte, dann Details. Diese Arbeitsweise hat den Vorteil, dass man nicht ständig mit der Hand auf seiner Zeichnung liegt.

Bild 4

Nun sind wir bei der Struktur angekommen. 

Ich verwende zum Malen und Zeichnen hochauflösende Fotos. Die kann man sich ausdrucken, dann hat man eine gute Referenz für das Gesamtbild. Für die Details aber ist es hilfreich, dass ich mein Foto auch auf meinem Laptop habe, der direkt neben meiner Staffelei steht (kann auch ein Telefon oder ein Pad sein). Der Vorteil davon ist, dass ich jedes Foto enorm vergrößern kann, bis ich wirklich jedes Detail gut erkennen und nachempfinden kann.

Für das Anlegen der Struktur benutze ich jetzt meine Buntstifte. Achte darauf, dass Du nicht gleich zu Beginn zu dunkel wirst, sondern konzentriere Dich erst mal auf die Mitteltöne. Abdunkeln kann man später immer noch.

Auch hier gilt: Für hellgraue Flächen nimmst Du die Stifte aus dem hellgrauen Spektrum inklusiv Weiß. Für dunke Flächen die dunkelgrauen Stifte und Schwarz. Jede Lage wieder fixieren. 

Achte auch darauf, dass die Falten auf dem Rücken nicht zu gleichmäßig werden, sonst wirken sie sehr schnell unnatürlich. Vielleicht versuchst Du es mal mit der linken Hand.

Bild 5

Bild 6

Bild 7

Bild 8

Bild 5 - 11

Eigentlich kann man bei dieser Art von Zeichnung nie sagen: jetzt musst Du diesen Stift nehmen und dann den anderen. Es geht hier eher um den gesamten Prozess: erst die Tonwerte, dann die Details. Und je feiner und korrekter Du diese Details ausarbeitest, desto besser wird Deine Zeichnung sein.

Nochmals: alles steht und fällt mit Deinem Referenzfoto. Je besser das ist, desto leichter wird Dir die Zeichnung fallen.

Falls Du beim Zeichnen von Details Fehler machst: kein Problem! Übermale das Areal einfach mit PAN-Pastel, fixiere es und fange noch einmal an.

Die Strukturen (auf den Ohren z.B.) habe ich mit einem Aquarellschwamm angelegt. Der wird kurz in Pan-Pastel getupft und danach auf's Papier. 

Denke ruhig ein bisschen "Out of the box". Zeichnen kann man nicht nur mit einem Stift. Sondern eben auch mit einem Aquarellschwamm oder einem Pinsel.

Auch mit Deinem feinen Pinsel kannst Du mit Pan-Pastel Strukturen anlegen. Versuche die Kreide mal auf's Papier zu tupfen. So sind z.B. die Strukturen an den Beinen entstanden.

Wenn Du Fragen zu dieser Zeichnung hast oder irgendwo hängen bleibst - schreibe mir ruhig. Ansonsten viel Spaß beim Nachzeichnen!

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