Herbstblätter zeichnen mit Grafit und Kohle

Was Du brauchst:

- Basis-Set Bleistifte
- Kohlestift PITT fettfrei, schwarz soft
- Radierstift
- Zeichenpapier A3
- Fixativ
- Estompen
- Grafitpulver
- weißer Conté-Stift

Zeichnungen mit starken Kontrasten sind interessanter als ein graues Einerlei. Es gibt nur einen kleinen Haken dabei: Allein mit Bleistift ist das kaum zu realisieren. Sicher, es gibt sehr weiche und dunkle Bleistifte. Nur richtig schwarz kriegt man sein Papier damit doch nicht. Und schon gar nicht schön gleichmäßig.

Damit ich mein Ziel doch erreiche, muss ich in meine bunte Trickkiste greifen.

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Wenn Du das Bild nachzeichnen möchtest, dann empfehle ich Dir: zeichne nicht zu klein. Optimal ist für diese Herbstblätter-Zeichnung das Format A 3.

Bild 1
Hier siehst Du meine Vorzeichnung. Ich habe den Kontrast am Computer ein wenig erhöht (Photoshop sei Dank!), damit Du überhaupt etwas erkennen kannst. Deine eigene Vorzeichnung sollte sehr zart sein - dunkle Umrisslinien sind meistens nicht mehr wegzukriegen. Es wäre schade um Deine Zeichnung.

Bild 2:
Nun komme ich zum interessanten Teil. Der Hintergrund ist da, tiefschwarz. Ich habe ihn mit einem weichen Pitt-Stift gezeichnet. Achte darauf, dass Du sorgsam zeichnest, schön gleichmäßig. Am Ende kannst Du die entstandene schwarze Fläche noch vorsichtig mit einem Pinsel oder Estompen glätten. Solltest Du keinen Pitt-Stift haben: mit normaler Zeichenkohle wirst Du dieses Resultat nicht erreichen. Eine Alternative wäre noch ein Conté-Stift.

Bild 3:
Flächen, die mit Zeichenkohle oder Pittstiften gezeichnet werden, haben eine sehr matte Oberfläche. Graphit hingegen glänzt. Ich möchte nun erreichen, dass mein Hintergrund so aussieht, als wäre er tatsächlich mit Graphit gezeichnet worden, damit meine Zeichnung nicht aussieht, als wäre sie zusammengesetzt aus zwei unterschiedlichen Teilen.

Ich fixiere die schwarze Pitt-Fläche vorsichtig mit Fixativ, und nach dem Trocknen streiche ich mit einem weichen Pinsel Graphitpulver über das Schwarz. Solange, bis es den Glanz von Graphit bekommt. Vielleicht musst Du zwischendurch nochmals fixieren.

Und wenn Du Dir Bild 3 aufmerksam anschaust, dann siehst Du auf der linken Seite die Rieselspuren des Graphits auf dem Weiß des Papiers. (Die entstehen natürlich nur, wenn man an der Staffelei arbeitet und das Papier darauf steht.

Diese Rieselspuren bilden die Grundlage für die Zeichnung - puste sie also deshalb nicht weg. 

Wenn Dein gesamter schwarzer Hintergrund mit mit Graphit überzogen ist, dann sollte das Weiß des Papiers ebenfalls mit Graphit bedeckt sein, also mit den Rieselspuren. Und wenn Du nun ein zusammengeknülltes Papiertaschentuch nimmst und diese Rieselspuren sorgsam ins Papier reibst, dann sollte Deine Zeichnung jetzt aussehen wie Bild 4.

Bild 5

Bild 6

Bild 7

Bild 8

Bild 5

Die Stellen, an denen meine Herbstblätter hell erscheinen sollen, radiere ich nun mit einem Radierstift weg. Ich benutze einen Mono Zero der Firma Tombow, damit kann man sehr fein und sehr präzise radieren. Und dieser Radierstift zerstört das Papier nicht, im Gegensatz zu seinen Kollegen von anderen Herstellern.

Auf Bild 6 ist nun schon mein erstes Blatt am Entstehen. Bild 6 und 7 sind etwas dunkel geworden beim Fotografieren, sorry dafür. 

Für das Anlegen der Textur benutze ich die >> Zirkullar-Struktur. Wenn Du Dir nacheinander mal Bild 6,7 und 8 anschaust, dann siehst Du sehr gut, wie sich die Textur durch weitere Lagen immer mehr verdichtet. Für die dunklen Bereiche nehme ich einen Bleistift 6 B, für den Rest HB und 2 B.

Wenn Du noch ein bisschen zusätzliche Struktur in Deine Herbstblärrer bringen möchtest, dann versuche doch folgendes: Tupfe mit einem schmutzigen Estompen mal auf Dein Papier - das ergibt mitunter auch eine interessante Struktur (erst mal auf einem Extra-Blatt versuchen).

Bild 9

Auf Bild 8 waren meine Herbstblätter bereits fertig mit allen Lichtern und Schatten, aber noch irgendwie zu grau und zu langweilig. Wenn wir mit starken Kontrasten im Hintergrund arbeiten, dann muss natürlich der Rest des Bildes auch dazu passen.

Ich habe alle Schatten nochmals verstärkt, nun mit einem Bleistift 8 B. Und hier und da noch ein paar Lichter in meine Zeichnung radiert.

Danach habe ich die Zeichnung gut fixiert und und den Hintergrund nochmals komplett mit Grafitpuder überpinselt, auch die Platte, auf der die Blätter liegen. Und meine Lichter stellenweise etwas mit dem weißen Conté-Stift aufgehellt. Fertig.

Viel Spaß beim Nachzeichnen!

Alle benötigten Materialien gibt es bei Amazon:

Basis-Set Bleistifte

Kohlestift PITT fettfrei

Zeichenblock A3

Tombow Mono Zero Präzisionsradierer

Fixativ

Estompen

Grafit-Pulver

Set weiße Conteé-Stifte

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