Perspektive

Bei fast jedem Bild, bei fast jeder Zeichnung taucht die Frage der richtigen Perspektive auf. 

Jeder Gegenstand hat eine Dimension; eine Länge, eine Breite, eine Höhe. Man benötigt einiges Basis-Wissen, um Räumlichkeit gut darstellen zu können.

Ich könnte jede Menge über Perspektive schreiben, aber das ist vielleicht nicht notwendig. Nein, ich glaube, dass sich in dem Fall Bilder viel besser einprägen als seitenlange theoretische Erklärungen und Abhandlungen.

Anschauungsbeispiele gibt es natürlich auch. Von Giovanni Battista Piranesi (siehe Bild unten). Der war ein echter Tausendsassa. Als multiples Genie würde man ihn heute vielleicht bezeichnen. Piranesi lebte im 17. Jahrhundert in Venedig und Rom und war Architekt, Ingenieur und Künstler. Und er ist bis heute ein phantastischer Lehrmeister, sobald es um Perspektiven geht. Es gibt ein tolles Buch über seine gesammelten Werke zu kaufen, aber auch im Internet findest Du jede Menge seiner Arbeiten. Versuche die eine oder andere mal nachzuzeichnen - man lernt viel dabei.

1. Zentralprojektion

Die Zentralprojektion benutzt man zur perspektivischen Dartellung von z. B. Gebäuden, Straßenzügen, aber auch Landschaften.

Die Zentralprojektion entspricht der Sehweise des menschlichen Auges; alle Linien laufen in der Ferne zu einem gemeinsamen Fluchtpunkt zusammen.

Als Spezialfall der Zentralprojektion wäre die Parallelprojektion zu nennen.

Bei dieser liegt der Fluchtpunkt unendlich weit entfernt, deshalb verlaufen die Projektionsstrahlen parallel.

Froschperspektive

Zufällig habe ich auf einem meiner Spaziergänge neulich im Eingangsbereich von Schloss Moyland diesen Würfel fotografiert, noch nicht ahnend, dass mir das Foto heute gute Dienste leisten würde.

Der Würfel hing hoch über dem Gehweg in den Baumwipfeln und ist damit ein wunderbares Beispiel für die Froschperspektive. 

Bei dieser befindet sich der Augenpunkt nämlich unter dem darzustellen Objekt.

In der Malerei ist diese Perspektive nicht sehr gebräuchlich; jedenfalls fallen mir auf Anhieb keine Bilder ein, die eine Froschperspektive verwenden. 
Sie ist eher etwas für Technische Zeichner und Architekten.

Vogelperspektive

Ich denke, das Bild veranschaulicht es genug: Bei der Vogelperspektive liegt der Augenpunkt über dem darzustellenden Objekt.

Architekten und Designer kennen noch weitere Perspektiven; für uns aber soll hier Schluss sein.

In der Bildenden Kunst werden in der Regel nur diese 3 hier vorgestellten Perspektiv-Arten verwendet.

Am gebräuchlichsten ist dabei die Zentralprojektion.


Etwas zum Üben:

Mach mal einen Spaziergang mit Deiner Kamera. Fotografiere Straßenzüge, Gebäude, Parks, Gehwege.

Schau Dir die Fotos dann später an, wenn Du wieder zu Hause bist und versuche selbst herauszufinden, welche Art von Perspektive hier vorliegt. Wo ist Dein Augenpunkt? Wo ist der Fluchtpunkt?

Klingt simpel als Übung, ist es eigentlich auch. Aber es hat einen großen Lerneffekt, Du wirst es sehen…

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