Tonwerte verstehen

Realistische Zeichnungen zeichnen sich aus durch Form und Tiefe, Oberfläche und Dimension. Um das zu erreichen, benötigt man Tonwerte.

Tonwerte sind also nichts anderes als Helligkeitsabstufungen in einer Zeichnung.

Investiere in ein hochwertiges Set von Bleistiften und einen Zeichenblock mit gutem Papier.

Ein Bleistift-Set sollte wenigstens folgende Härten enthalten: 5H, 2H, F, HB, B2, B3, B4, B6, B8. Letztendlich entscheidet die Art Deiner Zeichnungen, welche Hartheits- bzw. Weichheitsgrade für Dich die besten sind.

Ein Beispiel:

Wenn Deine Zeichnungen ungefähr so aussehen sollen (Bild links), dann musst Du natürlich die ganze Palette an weichen Bleistiften haben. In diesem Fall reicht ein härterer Stift zum Aufsetzen des Entwurfs.

Das ist dann auch etwas, das Du selbst über Dich herausfinden musst: Tendierst Du eher zu starken Kontrasten oder doch eher zu luftig-lockeren Zeichnungen?

Wünschst Du es zarter wie auf diesem Bild, dann benötigst Du die ganze Bandbreite von harten Stiften. 

Übe zu Beginn das Zeichnen von Tonwerten in jeder Schraffur (findest Du auf den nächsten Seiten) am besten mit solchen Karos wie untenstehend. (Man nennt so ein Gebilde übrigens „Wertskala“.)

Bevor Du zu zeichnen beginnst, wärme Deine Hände ruhig auf. Nimm Deine Bleistifte und zeichne ein paar gerade und ein paar gekrümmte Linien mit jedem Stift und schaue Dir an, welche verschiedenen Töne jeder dieser Stifte produzieren kann.

Kombiniere die verschiedenen Schraffur-Techniken miteinander. Variiere die Abstände der Linien (entweder weit voneinander entfernt oder nah beieinander).

Variiere den Druck der Bleistifte auf das Papier.

Verwende verschiedene Sorten von Bleistiften – von 5H (für helle Partien) bin zu 8B (für dunklere Werte). Gewöhne Dich daran, immer ein ganzes Set von Bleistiften unterschiedlicher Härtegrade für Deine Arbeiten zu verwenden, dadurch ersparst Du Dir bei Tonwertabstufungen jede Menge Zeit und Frust. Zeichnungen, die nur mit einem einzigen Stift erstellt wurden, fehlt es in der Regel an Tiefe.

Graduierung ist eine kontinuierliche Folge von dunklen Werten zu hellen oder umgekehrt mit ineinanderfließenden Übergängen.

Hier ist eine Übung für Dich (links: so soll es aussehen. Rechts: Das Blatt kannst Du ausdrucken und für Deine Übungen verwenden.)

Bitte zeichne in allen hier vorgestellten Schraffuren eine schicke Graduierung. Es sollen keine Übergänge zu sehen sein, sondern nur weiche, ineinander fließende Flächen.

Das musst Du üben, wieder und wieder. Solange, bis es Dir gelingt.

Es ist die Basis des Zeichenhandwerks.

Wenn Du diese feinen Übergänge beherrschst, dann steht Dir der Zeichenhimmel offen… 

Tonwerte gibt es allerdings auch in der Malerei.

Um herauszufinden, ob Du gute Tonwerte hast, fotografiere Dein Bild. Lade das Foto dann in Photoshop o. ä. und mache daraus ein Schwarz-Weiß-Bild. Wenn die Balance gut ist, dann siehst Du ein schönes Schwarz-Weiß-Foto. Hast Du zu wenig Kontraste, dann siehst Du zu viele gleichfarbige Grau’s.

In dem Fall musst Du noch mehr helle/dunkle Tonwerte auf Deinem Bild anbringen.

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